U.S.A.

USA / Astoria 29.09.2004

Von Victoria sind wir bei endlich mal wolkenlosem Himmel mit der Fähre nach Port Angeles in Washington State gefahren. Diesmal wurden wir an der Grenze in die USA ein bisschen ausgequetscht, wo wir hinwollen, was wir vorhaben, wann wir die Staaten wieder verlass werden… Heiko hatte um Erlaubnis gebeten, 2 Wochen länger in den USA bleiben zu dürfen, so dass wir alle 3 bis zum 17. November bleiben könnten, wenn wir wollten. Aber da er da an einen richtigen Drachen von gefrusteter Grenzbeamtin geraten war, hatten wir schon Angst, sie würde ihm die Einreise ganz verweigern! „Why should I give you the permission to stay in MY country longer than it is written in your passport!?!“ Aber die Alte wollte sich nur aufplustern und er wurde doch reingelassen und darf auch 2 Wochen länger bleiben.

Washington haben wir ziemlich schnell durchquert, weil wir ja in Astoria, im Nordwesten von Oregon von Jen (45) und Erick (44), die wir auf dem Dalton Highway in Alaska kennen gelernt hatten, „erwartet“ wurden. Wir wurden dort aber nicht in ihrem Hotel, sondern in einem kleinen netten Apartment direkt über ihrer riesen Garage neben ihrem Haus untergebracht. Dort hatten wir ein Bett (Heiko musste leider auf der Isomatte schlafen), Dusche, Waschmaschine und Trockner und einen von unseren Gastgebern gefüllten Kühlschrank. Wir waren etwas sprachlos! Ihr Grundstück trennt nur eine Sanddüne vom Strand und vom Ozean und seitdem wir hier sind haben wir fast nur blauen Himmel!

Da Jen und Erick über’s lange Wochenende zu einem Motorradtreffen in Reno gefahren waren, haben Henno und ich uns bereit erklärt, hier auf ihre Hunde (Chaco und Dewey) und Katzen (Beaches und Jag) aufzupassen.

Außerdem konnten wir uns hier endlich mal wieder „austoben“ und sind fast jeden morgen am Strand laufen gewesen! So ein bisschen Sport ab und zu muss schon sein!

Seit ein paar Tagen haben wir auch neue Reifen drauf, die wir von Heidenau (wieder den K60) hierhin geschickt bekommen hatten. Ist ein ganz anderes Fahrgefühl von quasi keinem Profil auf Enduro Straßenprofil!

Die letzten Tage haben Henno und ich mit kleinen Tagestouren rund um Astoria und einer Wanderung verbracht. Es ist wirklich sehr schön hier!

Die Küstenstraßen sind traumhaft und im Landesinneren gibt es kleine sehr kurvige Straßen, auf denen das Mopped fahren noch mal richtig Spaß macht!

Heiko ist schon mal vorgefahren Richtung Yellowstone National Park, wo wir ihn in den nächsten Tagen treffen werden. Aber unsere Abreise wird immer wieder verschoben. Unter anderem, weil Henno (ich bin „zu Hause“ geblieben und hab die Sonne genossen) bei einer Tagestour nach Beaverton (ca. 160km östlich von Astoria) einen platten hatte und eine Nacht dort verbringen musste, weil schon alles zu hatte. Aber er hat mal wieder Glück gehabt und konnte bei der Familie einer der Mitarbeiter eines Autoreifenladens übernachten. Der Reifen war übrigens platt, weil der Schlauch beim Reifenwechsel gequetscht wurde. Wenn man nicht alles selber macht…

Morgen werden wir aber doch mal Astoria verlassen und weiterreisen. Wir hatten eine richtig schöne Zeit hier und werden Jen und Erick vermissen!

Von hier gehet es erst mal nach Süden zum Crater Lake und dann nach Osten zum Yellowstone National Park, wo wir uns wieder mit Heiko treffen werden.

Das war’s dann erst mal wieder. Ich habe versucht, die letzten Wochen möglichst kurz zusammen zu fassen (was gar nicht so einfach ist). Ich hoffe, es ist trotzdem alles verständlich!? Wenn nicht, fragt!

Hoffe, euch geht es allen gut! Aber soweit ich von euch gehört habe, ist das der Fall.

Bis zum nächsten Bericht (oder e-mail oder Gästebucheintrag)!!

Eure Alex und Henno

(wir haben gehört, wir sollen auf Fotos mal mehr lachen…)

Astoria – Crater Lake – Yellowstone – Arches Natl. Park – Monument Valley, 13.10.2004

Wir haben uns tatsächlich von Astoria, Jen und Erick und „unserem“ gemütlichen Apartment losreißen können und sind bei blauem Himmel an der wirklich sehr schönen Küste Oregons nach Süden gefahren. Bei Reedsport, im Süden Oregons, sind wir ins Landesinnere abgebogen und zum Crater Lake National Park gefahren. Der See ist ein Vulkankegel, den man auf einer schönen kurvigen Straße in etwa 2300m Höhe umfahren konnte. Die Straße, die Farben der Natur, das Wetter, es war echt unbeschreiblich schön!
Wenn einer von euch mal in die Ecke kommt, dann guckt euch den Crater Lake auf jeden Fall an!!

Wir hatten einige Straßentipps bekommen und konnten so auf unserem Weg in den Yellowstone National Park viel schöne Natur sehen! Wir sind durch wüstenähnliches Gebiet und enge Canyons gefahren und haben auch einen sehr interessantes Lavagebiet durchkreuzt. Im Craters of the Moon National Park sieht es sehr unwirklich aus, da alles von schwarzer Lava bedeckt ist, auf der nur ganz vereinzelt mal ein Baum oder Strauch wächst. Die Lava ist hier zuletzt vor 20.000 Jahren geflossen, unvorstellbar, was hier damals losgewesen sein muss!

Von dort ging es weiter in den Yellowstone National Park, wo wir uns wieder mit Heiko getroffen haben (ab jetzt ist also von uns dreien die Rede, wenn es „wir“ heißt). 2 Tage haben wir bei schönstem Wetter die Geysire (einer hat bis ca. 120m hoch gespritzt), Hot Springs und qualmende Landschaften erkundet.

Auch wenn es nachts -5 bis -10 Grad kalt war, und unser Zelt immer von einer dicken Raureifschicht überzogen war, wurde es tagsüber noch ca. 25 Grad warm. Solange die Sonne schien, war es also sehr schön! Und wir konnten endlich noch einmal Wildlife (Bisons, Elche, Kojoten…) sehen. Oft konnte man „wildlife“ daran erkennen, dass zahlreiche Touristen kreuz und quer auf der Strasse standen. Sehr lustig anzuschauen!!


Am 2.Tag haben wir dann noch den Dieter getroffen. Einen Schweizer, der mit einer BMW von Argentinien nach Alaska gefahren ist und von dem wir in Alaska schon gehört hatten. Es spricht sich halt rum, wer mit einem Motorrad so lange unterwegs ist! Mit ihm haben wir ziemlich lange geredet und uns Tipps eingeholt und schließlich hat er auch sein Zelt bei uns aufgebaut.

Als wir Yellowstone verlassen haben, hatten wir das erste mal seit 2(!!) Wochen Regen bzw. Schneeregen. Der hielt aber zum Glück nur 2-3 Stunden an und dann kam die Sonne wieder raus.

Weiter ging es also nach Utah. Mit jedem Pass, den wir Richtung Süden überquert haben, wurde es ein paar Grad wärmer. Der höchste Pass, den wir bisher gefahren sind (in Utah auf dem Hwy 150 – sehr schöne Strecke!!), war übrigens ca. 3200m hoch. Da merkt man schon, dass die Moppeds nicht mehr ganz so viel Power haben! Man darf die Pässe hier allerdings nicht mit denen in den Alpen vergleichen. Hier ist alles so weitflächig, dass man selbst bei dem hohen Pass nicht langsamer als 80km/h fahren brauchte! Ohne zu heizen!!

Unsere nächste Anlaufstelle war der Arches National Park, wo wir letztendlich 3 Nächte geblieben sind, weil es einfach genial war! Wir haben mehrere Wanderungen (in T-Shirt und Shorts – sogar nachts war es dort nicht mehr kalt!) zu den verschiedenen roten Sandsteinbögen gemacht. Aber nicht nur die Bögen waren total beeindruckend, sondern auch die ganze Landschaft drumherum mit den Canyons und Sandsteinfelsen.

Nachdem wir die Bögen verlassen haben, haben wir uns auf den Weg zum Monument Valley gemacht. Wir kamen bei Sonnenuntergang an und es sah wahnsinnig beeindruckend aus! Auch die Tour durch den Navajo Tribal Park um die Monumente hat unheimlich Spaß gemacht und ist auf jeden Fall empfehlenswert!

Der nächste National Park, das Natural Bridges Natural Monument, hat uns nicht so sehr fasziniert. Das mag einerseits daran liegen, dass sich bei uns langsam ein „overflow“-Syndrom eingestellt hat, andererseits daran, dass wir zu faul waren, zu den Brücken runter zu wandern und sie nur vom Aussichtspunkt aus betrachtet haben.

Wir haben in der Gegend übrigens zwei geniale Motorradstrecken entdeckt: nördlich vom Monument Valley den Hwy. 261 – es ging auf eine Mesa (großes tischähnliches Hochplateau) zu, die wir auf einer sehr kurvigen Schotterpiste „erklommen“ haben.

Und Hwy. 1668 zwischen Lake Powell und Boulder – wieder Kurven auf Sand und Schotter durch eine richtig schöne Canyonlandschaft. Beide Straßen haben echt Spaß gemacht!!

Bryce Canyon – Zion Canyon – Grand Canyon, 20.10.2004

Vom Bryce Canyon waren wir wieder total begeistert! Wir sind 2 Nächte geblieben und haben eine Wanderung durch den Canyon gemacht.

Wir sind morgens sogar früh aufgestanden, um die „hoodoos“ (Sandsteintürme) bei Sonnenaufgang zu bewundern. Hoodoo kommt übrigens von Voodoo. Die Indianer dachten früher, dass die Sandsteintürme böse Menschen waren, die sich zu Stein verwandelt haben. Der einzige Nachteil an dem Canyon war, dass er mit ca. 2500m recht hoch lag und es nachts doch wieder recht „frisch“ wurde. Nichts für mich Frostbeule – und ich dachte, wir sind im Süden!?! Andererseits gibt es um diese Jahreszeit keine nervigen Mücken oder ähnliche Stechtiere mehr.

Vom Bryce Canyon ging es weiter in den Zion Canyon, der quasi direkt daneben liegt. Der lag wieder viel tiefer, so dass es nachts wärmer war. Allerdings war es zum ersten Mal seit einiger Zeit nicht sonnig, sondern grau und regnerisch. Wir haben aber trotzdem ein paar Wanderungen gemacht. Eine davon ging hoch zum „Angel’s Landing“, einem – trotz trüben Wetters – sehr schönem Aussichtspunkt über den Canyon.

Begonnen hat die Wanderung auf einem eher unspektakulären Asphaltweg, das letzte Stück jedoch ging im krassen Gegensatz dazu über einen teilweise nur 90cm breiten Grat. Man musste schon gut schwindelfrei sein da oben!

Unseren Zeltplatz im Zion Canyon haben wir drei mit Manfred, Inge und Niklas aus Freiburg, die wir schon im Bryce Canyon kennen gelernt hatten, und Andreas aus München geteilt. So war es dann mal ein größere, aber sehr nette Runde! Während wir im Zion waren, ist im Bryce Canyon übrigens der erste Schnee gefallen…!

Weiter ging es bei mäßigem Wetter Richtung Grand Canyon, North Rim. Dieser liegt in ca. 2500m Höhe, es wurde also wieder recht frisch. Um zum North Rim zu kommen, muss man 85km (nur hin) von der eigentlichen Straße abweichen. Wir mussten lange überlegen, ob wir trotz Regen und Kälte diesen Umweg auf uns nehmen wollten. Es bestand immerhin das Risiko, dass man vor lauter Wolken keine Sicht auf den Canyon hat. Wir haben uns aber durchgerungen und wurden mit einem wahnsinns Ausblick entschädigt. Durch die Wolken wirkte alles noch viel beeindruckender!

Der Regen hat sich auf unserem Weg zum South Rim leider gehalten und wurde über Nacht auch nicht viel weniger. Wenn man nur mit dem Motorrad unterwegs ist und zeltet, ist man recht wetterabhängig. Darum sind wir auch nur eine Nacht am South Rim geblieben und haben keine Wanderung gemacht. Wir haben nur eine Tour mit dem Shuttlebus zu den verschiedenen Aussichtspunkten gemacht.

Damit wir endlich wieder Sonne sehen, sind wir schnell raus aus dem Gebiet und Richtung Las Vegas. In der Wüste scheint ja immer die Sonne!!…oder?! Wohl nicht. In Kingman, 120km südöstlich von Las Vegas, haben wir unsere Tagestour beendet und uns wegen des starken Regens das erste Mal seit 3 Monaten ein Motel gegönnt. Durch den Luxus eines Fernsehers haben wir erfahren, dass es im Grand Canyon geschneit hat und das Wetter hier erst mal so bleiben sollte. Mal schauen, wie es in Vegas wird?! Las Vegas wird nach den ganzen National Parks mit Natur pur wohl auch ein kleiner Kulturschock!

Uns geht es „trotz allem“ wie immer gut! Die Moppeds laufen nach wie vor, wobei die Suzuki gerade ein paar Macken raushängen lässt. Die Zylinderfußdichtung und der linke Gabelsimmerring sind undicht, aber das werden wir spätestens in San Francisco beheben lassen. Außerdem hatten wir beim Radeinbau nach dem Reifenwechsel in Astoria den Tachoantrieb zerstört, so dass ich seitdem weder Kilometerzähler noch Geschwindigkeitsanzeige habe. Wird auch bald gemacht…

Dann schicken wir mal wieder viele liebe Grüße nach good old Germany und hoffen, dass es Euch allen gut geht!?!

Bis zum nächsten Bericht,

Eure Alex und Henno

P.S.: Wir freuen uns übrigens über neue Gästebucheinträge (das gilt vor allem für die Mädels aus meinen Stunden!), auch, wenn wir nicht immer zurückschreiben können!! 😉

Las Vegas – Sequoia National Park – San Francisco,

11.11.2004 (ALAAF!)

Die Vermutung war gar nicht so verkehrt: Las Vegas war wirklich ein kleiner Kulturschock nach den ganzen National Parks! Aber zumindest hat es dort nicht mehr geregnet, als wir angekommen sind und am zweiten Tag kam sogar die Sonne wieder raus. Wenn Engel reisen…. 😉 Da wir ja sparen müssen haben wir uns nicht unter die Spieler gemischt, sondern uns vor allem die wahnsinns Hotels angeguckt. Es gab „New York New York“, „Paris“, „Venetian“, „Caesar’s Palace“,… Das erstere bestand quasi aus der Stadt New York, nur alles in klein mit einer Achterbahn oben drauf. Im „Venetian“ sah es aus wie in einem venezianischen Städtchen mit Gondeln, die übers Wasser fuhren. Die Decke des Gebäudes war so gearbeitet, dass man das Gefühl hatte, man steht draußen unter blauem Himmel.

Auf eine verrückte Art irgendwie beeindruckend. Wir haben es aber nur 2 Nächte dort ausgehalten – wir hatten übrigens ein Stück Rasen auf einem ansonsten nur asphaltierten Campingplatz direkt am „Strip“ (DIE Hotel- und Casinostraße von Las Vegas). In Las Vegas war es sogar möglich (wie sonst nirgendwo in Nordamerika) mit einem Bier in der Hand über die Straße und rote Ampeln zu laufen. Wie zu Hause in Köln…!

Danach ging es wieder in die „Natur“: ins Death Valley. Der Einstieg war nicht der Beste, da die Straße (Hwy. 190), die wir von Osten aus ins Tal nehmen wollten gesperrt war. Vor 2-3 Monate hatte eine Regenflut Teile der Straße weggeschwemmt. Da es aber schon relativ spät war und langsam dunkel wurde, wollten wir nicht den Umweg außen rum nehmen und sind – nachdem uns ein Trucker gesagt hatte, dass es mit unseren Bikes sicher kein Problem sei – die gesperrte Straße gefahren. Hat wirklich einiges von der Straße gefehlt. Da, wo die Straße nicht nur beschädigt, sondern komplett weggerissen war, hat eine tiefe und schwer zu fahrende Schotterpiste durch das getrocknete Flussbett die noch bestehenden Asphaltstücke miteinander verbunden. Wir sind mit unseren zwei Rädern ganz gut ins schwimmen gekommen auf dem Schotter und mich hat es irgendwann auch auf die Nase gelegt. Bis auf einen kleinen Kratzer im Koffer ist aber nichts passiert und wir konnten noch im Hellen unser Zelt aufbauen. Ein kleiner Sturz ohne Verletzung ist wahrscheinlich auch mal eine gute Erfahrung!?

Der Campingplatz im Death Valley war das krasse Gegenteil zu dem in Las Vegas: mitten in der Natur, schön ruhig und nachts richtig dunkel! Wir sind 3 Nächte dort geblieben. Aber gar nicht mal, weil es im Death Valley so toll war, sondern vor allem, weil es einfach richtig schön, angenehm warm war! Wir haben uns unter anderem einen ausgetrockneten Salzsee angeguckt, der mit 85,5m unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt der westlichen Hemisphäre ist, ein paar Sanddünen, die schließlich in jede richtige Wüste gehören und die Geisterstadt Rhyolite.

Außerdem haben wir Bekanntschaft mit einigen Taranteln gemacht, die gerade Paarungszeit hatten und deswegen überall rumliefen. Wir mussten wirklich aufpassen und ausweichen, damit wir keine überfahren!

Bevor uns der Regen im „Tal des Todes“ einholen konnte (wir dachten in der Wüste regnet es nie?!), sind wir weiter gefahren Richtung Sequoia National Park. Da wir unterwegs doch noch mal von heftigem Regen erwischt wurden, haben wir uns nach nur einer Woche wieder ein Motel gönnen „müssen“. Tags darauf schien aber wieder die Sonne und wir haben auf einer sehr schönen kurvigen Straße (davon scheint es hier doch mehrere zu geben) durch die Sierra Nevada Kaliforniens die Schneefallgrenze in ca. 1600m Höhe erreicht! Schööön!

Kurz bevor wir im Sequoia Park waren, wurden wir von James, einem netten, aber – wie sich nachher herausstellte – psychisch stark angeknackstem Bio-Farmer eingeladen. Er hat uns, auf dem Boden liegend und teilweise weinend ziemlich seltsame Sachen erzählt und war auch nicht ganz nüchtern. Wirklich wohl gefühlt haben wir uns bei ihm nicht, aber er ist einfach nur ein trauriger einsamer Mann, der froh war, Leute um sich zu haben, mit denen er reden konnte.

Im Sequoia Park lagen schon etwa 30cm Schnee und es war wirklich unheimlich schön mit den riesigen schneebedeckten Bäumen!

Es hat zwar zwischendurch auch mal kräftig geschneit, während wir gefahren sind, aber die Straßen waren für uns gut befahrbar. Das wird dann wohl auch erst mal der letzte Schnee gewesen sein für die nächste Zeit. 20km außerhalb des Sequoia Parks ging es auch schon wieder vorbei an Palmen und durch Orangen- und Baumwollplantagen…

Über das amerikanische BMW-Forum hatte Henno von einem BMW-Fahrer in Los Gatos, 140km südlich von San Francisco zwischen Santa Cruz und San Jose eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten bekommen. Nach einem kurzen Telefonat sind Henno und ich (Heiko musste wegen Platzmangels auf einen Campingplatz) zu Stephen und Sharon (www.burnszilla.com) gefahren, die in einem richtig schönen Haus mitten im Redwood Forest wohnen. Wir sind dort 2 Nächte geblieben und haben einen längst überfälligen Ölwechsel machen können. Am 31. Oktober sind wir dann nach San Francisco gefahren (Zelt und Isomatten haben wir bei Stephen und Sharon lassen können), um dort mit unserer Freundin Jeannine aus Köln, die gerade in SF studiert, Halloween zu feiern. Es hat schon etwas an Karneval erinnert: fast alle (außer uns) waren verkleidet und die Straßen in einigen Stadtteilen waren total überfüllt. Wirklich viel konnten wir dem Ganzen aber nicht abgewinnen und sind deshalb in einem ruhigeren Viertel ein Bierchen trinken gegangen.

Wieder über das amerikanische BMW-Forum (super Sache!!) haben wir eine weitere Bleibe angeboten bekommen, die nur 20km nördlich von SF ist. Dort sind wir dann – wieder zu dritt – am nächsten Tag hingefahren. Unser Gastgeber, Thor, ist ein sehr netter und total motorradbegeisterter 71-jähriger (!!) Rentner, der die Welt on- und off-road auf zwei Rädern bereist. Im Januar fährt er mit dem Motorrad für 1-2 Monaten durch Vietnam und Thailand. Hut ab! Wir haben uns dort wirklich wohl gefühlt und konnten über eine Woche bleiben und Tagestouren nach SF und Umgebung machen. Thor hatte noch eine original BMW Heizweste „über“, die er mir (Frostbeule) gegeben hat und Henno hat ein paar Ersatzteile bekommen, die sonst „eh nur im Weg lagen“. Einfach nur super nett, oder!?

SF hat uns sehr gut gefallen. Die Stadt ist noch angenehm groß mit vielen frisch restaurierten hübschen Häusern in viktorianischem Stil. Wir haben uns natürlich die üblichen Touri-Attraktionen wie Chinatown, Japantown, Golden Gate Bridge von allen Seiten, Fisherman’s Wharf, die kurvigste Straße der Welt „Lombard Street“ angeguckt (und sind sie natürlich auch gefahren) und sind einfach nur durch die Straßen gelaufen und gefahren und haben den Flair der Stadt genossen.

Henno und ich haben versucht, uns so oft wie möglich mit Jeannine zu treffen, was bei unseren vollen Terminplänen gar nicht so einfach war (der Urlaubsstress….). Zwischendurch haben wir auch noch Kleinigkeiten an den Moppeds gemacht (Henno’s BMW hat eine neue Batterie, die Suzuki hat einen neuen Gabelsimmerring und der Tacho funktioniert endlich wieder!) und einfach nur abgehangen, was auch mal ganz schön sein kann!

Wenn ihr euch mal gefragt habt, was eigentlich aus Heiko’s Reisekumpel Rudi geworden ist: den haben wir zufällig auf der Golden Gate Bridge getroffen! Es geht ihm gut, an seinem Mopped mussten in SF ein paar Kleinigkeiten gemacht werden und sein Plan ist nach wie vor, an die Ostküste zu fahren. Henno und ich konnten ihm bei einer Tasse Kaffee noch unsere letzten guten Wünsche mit auf den Weg geben, bevor wir uns wieder nach Los Gatos, zu Stephen und Sharon, aufgemacht haben, wo wir eigentlich nur unsere restlichen Sachen einsammeln und am nächsten Tag weiterfahren wollten. Da es aber ohne Ende schüttet, haben uns die beiden angeboten, doch noch eine Nacht zu bleiben. Jetzt können wir in Ruhe den Bericht zu Ende schreiben und unserer Kamera hinterher telefonieren. Wir hatten nämlich einen Pechtag: wir haben unsere Kamera, mit der wir unsere Dias machen, auf dem Motorradkoffer liegen lassen und beim Losfahren dann wohl verloren… Und damit auch die letzten ca. 25 Dias, die wir in den letzten Tagen gemacht haben. Und wir müssen gestehen: es war unsere eigene Dummheit! Zum Glück haben wir wenigstens noch unsere Digicam.

In Santa Cruz werden wir uns dann morgen wieder mit Heiko treffen, der sich dort neue Reifen drauf ziehen lassen hat, und – wenn es so bleibt – im Regen den Hwy. # 1 in Richtung Los Angeles nehmen. Unser Visum für die USA läuft am 17.11.2004 ab; wir haben also noch 1 Woche für die letzten 900km in den Staaten, bevor es auf die Baja California in Mexiko geht.

Wir sind mittlerweile seit fast 4 Monaten unterwegs und haben schon ca. 25.000km auf dem Tacho. Ganz schön viel! In Mexiko werden wir sicher etwas langsamer vorwärts kommen! Ab dann wird eh einiges anders werden…. aber wir freuen uns drauf!

Mit diesen Worten verabschieden wir uns und wünschen euch einen schönen November mit weniger Regen als wir hier momentan haben! 😉

Vielleicht sollte ich doch noch kurz erwähnen, dass wir in den 10 Tagen, die wir in San Francisco verbracht haben, überwiegend Sonne und blauen Himmel hatten! Es regnet also nicht nur an der Küste Kaliforniens!

Viele Grüße und macht’s gut,

Eure Alex und Henno
San Francisco – Los Angeles – Palm Springs, 16.11.2004

Also dafür, dass wir nur noch ein paar Tage in den USA verbringen wollten, ist doch noch ne Menge passiert: Wie „geplant“ konnten wir freitags (12.11.2004) in Los Gatos losfahren – und das bei schönstem Sonnenschein! Wir haben Heiko in Santa Cruz aufgegabelt und sind den Hwy. # 1, der Küste entlang, Richtung Los Angeles gefahren. Kurz vor Santa Barbara haben wir am Strand eine riesige Herde rülpsender, kämpfender oder nur faul rumliegender Elefantenrobben gesehen. Das war echt lustig, wir hätten den Tieren stundenlang zugucken können!

Aber so ganz entspannt, wie wir uns die letzten Tage in den Staaten vorgestellt hatten, wurde es denn doch nicht! Unsere Pechsträhne hatte mit der verlorenen Kamera in SF – die natürlich auch nicht mehr aufgetaucht ist – gerade erst begonnen. Auf dem Weg nach Santa Cruz habe ich den Glücksbringer von meinem Bruder (eine kleine Weltkugel, die am Cockpit festgeklebt war) verloren. Darüber war ich echt traurig! Tags darauf – wir saßen gemütlich beim Abendessen – ist eine der Zeltstangen durchgebrochen. Das Zelt stand unberührt hinter uns an seinem Platz! Wieder einen Tag später ist Henno in Santa Monica einem Mini drauf gefahren. Aber bis auf kaputtes Plastik am Mini und eine 3 Tage später gerissene Speiche an der BMW ist zum Glück nichts passiert.

In L.A. selber waren wir dann nur in einem Outdoor Laden, um unser Zelt (hat lebenslange Garantie) umzutauschen. Nachdem wir den Manager verlangt hatten, war dies auch ohne weitere Probleme möglich.

Na ja, wir hatten dann keine große Lust, mehr Zeit in L.A. zu verbringen und sind an der Küste in Richtung Süden zum nächsten Campingplatz gefahren. Da es in diese Gegend eher Leute mit überdimensionalen Wohnmobilen zieht, haben wir erst in Newport Beach einen Campingplatz gefunden, auf dem man auch zelten kann. Als wir dann um etwa 19 Uhr im Stockdunklen endlich glücklich unser Zelt auf einem der nobelsten und teuersten Campingplätze unserer bisherigen Tour aufgebaut hatten, standen plötzlich 3 Polizeiwagen vor uns und uns wurde befohlen, uns nicht vom Platz zu bewegen. Anfangs etwas albern, nachher eher eingeschüchtert haben wir zugeguckt, wie die Polizisten mit geladenen Pistolen und Gewehren eine ca. 15m entfernte Holzhütte (kann man auf Campingplätzen mieten) gestürmt haben. Wir vermuten Drogen….

Als alles vorbei war, ohne dass Schüsse gefallen sind, und wir unseren Hunger gestillt hatten, konnten wir uns im Whirlpool von den Ereignissen des Tages erholen. Die Campingplatzgebühr haben wir wegen der Aufregung übrigens zurück erstattet bekommen…

Unsere nächste Tagesetappe ging nach Palm Springs, wo wir uns mit Ruth und Claus, Nachbarn aus Lülsdorf (meinem Heimatdorf), die dort für eine Woche Urlaub machten, getroffen haben. Die beiden haben uns zu einem sehr leckeren Essen eingeladen und wir konnten ein paar Sachen mit nach Hause geben, sodass unsere Koffer jetzt um einiges leerer sein sollten?! Heiko ist in der Zeit in den Yoshua Tree National Park vorgefahren, wo Henno und ich ihn 2 Tage später abgeholt haben. Zusammen haben wir den Park mit seinen sehr interessanten Bäumen einmal durchquert.

weiter in Mexiko

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