Mittelamerika

GUATEMALA

Mit der „noetigen“ Braeune sind wir dann weiter in Richtung Guatemala. Der Grenzuebergang (am 7.2.2005) war mal wieder problemlos, allerdings mit fuer hiesige Verhaeltnisse vielen Gebuehren, wobei wir nicht mal wissen, wofuer genau!? Unser naechster Stop waren die grossen Ruinen in Tikal.

Den Sonnenaufgang (morgens um 5.30 Uhr!!!) wollten wir uns nicht entgehen lassen und sind puenktlich auf der 60m hohen Pyramide gewesen. Schon faszinierend, zu sehen wie sich langsam der Fruehnebel im Regenwald aufloest, die Sonne sich durchkaempft, die Affen bruellen und die Voegel aktiv werden. Wir haben Tukane und Papageien gesehen; Voegel die man sonst nur aus dem Kaefig kennt, und die in der Natur fast noch farbiger wirken! Ausserdem gab es dort neugierige Nasenbaer-aehnliche Tiere, die von den Einheimischen „Pisotes“ genannt werden. Die Ruinen selber waren wieder faszinierender, vor allem wegen der Lage im dichten Urwald. Man kann sich richtig gut vorstellen, wie der Urwald innerhalb kuerzester Zeit alle Ruinen nach dem Verlassen der Menschen hier verschlungen hat und sie so in Vergessenheit geraten sind.

Von Tikal aus ging es recht flott weiter ueber Coban nach Antigua. Leider hatte ich Magen Darm-Probleme, sodass wir in Coban 2 Tage geblieben sind und auch einen Arzt aufgesucht haben. Fuer 15 Quetzales (ca. 1,50€) bin ich bei Partymusik untersucht worden und fuer wenige Quetzales mehr gab es 3 Pillen die helfen sollten (haben sie aber nicht wirklich).

Antigua ist eine wirklich schoene koloniale Stadt nordwestlich von Guatemala Stadt und wurde 1972 sogar von der UNESCO zum Weltkulturerbe benannt. Leider wirkte sie mit ihrer uebertriebenen Sauberkeit zu steril und wir vermissten (auch wegen der vielen Touristen) die typisch guatemaltekische Atmosphaere. Eigentlich wollten wir dort endlich mal unser Spanisch aufbessern, haben uns aber dagegen entschieden, weil es uns schon zu touristisch war und wir uns noch Quetzaltenango angucken wollten, was neben Antigua auch fuer seine Sprachschulen bekannt ist.

Also sind wir nach 2 Tagen weiter nach Quetzaltenango, oder Xela, wie es in der Maya Sprache heisst (wem es nicht sofort aufgefallen ist: Xela ist Alex rueckwaerts geschrieben 😉 ). Die Preise sind hier etwas niedriger, die Stadt wirkt direkt wesentlich authentischer, auch wenn sie lange nicht so schoen, sauber und bunt ist wie Antigua. Leider liegt Xela mit 2400m auch wieder recht hoch, sodass es hier nachts unter 0 Grad kalt ist. Da es keine Heizungen in den Haeusern gibt, ist es morgens bei uns im Zimmer dann um die 5 Grad „warm“, dafuer wird es tagsueber bis zu. 25 Grad!

Wir haben erst einmal fuer 2 Wochen eine Sprachschule gebucht, wohnen in einer Gastfamilie und bekommen 3 geregelte Mahlzeiten am Tag (was wir als ehemalige Studenten ja gar nicht gewohnt sind!), sollten uns also vollkommen aufs Spanisch lernen konzentrieren koennen. Morgens ab 8 Uhr haben wir 5 Stunden Einzellunterricht, danach ist man schon etwas geschlaucht!

Da es mir uebrigens noch nicht wirklich besser ging, sind wir noch einmal zum Arzt gegangen, der Amoeben und andere kleine Tierchen in der Darmflora festgestellt hat (unsere Gastmutter sagt, das ist hier nichts besonderes, hat jeder regelmaessig…). Wir waren wohl nicht strikt genug mit dem Waschen von Obst und Gemuese?! Nachdem ich mit der (mit uralt Schreibmaschine) verordneten „Pillenkur“ fertig bin, geht es mir aber schon viel besser und ich behalte nach fast 2 Wochen das Essen wieder bei mir! 😉 Gut, dass wir hier einen festen Platz haben, mit dem Motorrad zu reisen waere in den letzten Tagen kein Vergnuegen gewesen…

Hier in Guatemala hat man das Gefuehl, dass es in einigen Punkten dem Standard in Deutschland um etwa 20 Jahre hinterherhinkt. In den „neuesten“ Bueros wird nach wie vor mit der klassischen Schreibmaschine geschrieben und auch der Besuch im Fitnessstudio hat ganz stark an die 80er erinnert. Wir geben zu, sehr zu unserer Belustigung…! Dass Guatemala ein ziemlich armes Land ist, ist keine Neuigkeit. In der Schule haben wir gelernt, dass die durchschnittliche Lebenserwartung 64 Jahre ist, 44% (!!) der Bevoelkerung 15 Jahre alt ist und dass die meisten Menschen, die hier ausserhalb der Staedte leben, kein Stueck aufgeklaert sind und deswegen auch nicht wissen, wie sie das „staendige“ Kinderkriegen verhindern koennen. Es ist schon erstaunlich, dass es sowas noch gibt, waehrend in den Staedten an jeder Ecke Internet-Cafes entstehen!

So, jetzt hattet iht erst mal wieder genug zu lesen! Wir werden jetzt noch eine Woche Spanisch lernen in Xela und dann ein paar Tage am wohl sehr schoenen Lago Atitlan verbringen. Danach werden wir vielleicht noch 2 wochen Spanischkurs in Antigua dranhaengen. Aber mal gucken, was sich bis dahin noch so ergibt…

Seid alle herzlichst gegruesst und bis zum naechsten Mal!!

Eure Alex und Henno

PS: Wenn jemand einen alten Laptop spenden moechte, freuen wir uns sehr!! 😉

Xela – San Pedro – Antigua, 20.3.2005

Es ist zwar nicht nicht so lange her, dass ihr von uns gehoert habt, aber solange wir hier in Antigua sind, wollen wir den Luxus eines Internetcafes direkt neben unserer Gatsfamilie nutzen. Ausserdem haben wir schon wieder viel zu berichten:

Bevor wir Xela verlassen haben, haben wir noch 2 kleine Ausfluege gemacht. Mit unserer Schule haben wir Zunil, ein naehliegendes kleines Dorf, in dem die Menschen noch in ihren traditionellen Trachten und Tradtionen leben, besucht. Dort haben wir uns auch das Haus angeschaut, in dem die Dorfbewohner ihrer Religion, dem „Synkretismus“, nachgehen: in einem kleinen Raum, der mit Girlanden, Blumen und Kerzen geschmueckt war, sass eine weisshaeutige (die Menschen hier sonst sind ja dunkelhaeutig) Schaufensterpuppe auf einem Thron. Dieser „San Simon“ war total haesslich angezogen mit schaebigem Trainingsanzug, haesslichen Schuhen, dicken Goldketten, weissen Handschuhe, Halstuch, Sonnenbrille, Kopftuch und Hut.

Kann man kaum beschreiben! Aber dieser „San Simon“ wird von den dort Einheimischen als „Heiliger“ verehrt. Henno und ich haben beschlossen, dass es der „Nubbel“ Guatemalas ist. Wir hatten uns diese verkleidete Puppe ein paar Minuten angeguckt, als ein Einheimischer in den Raum kam und „San Simon“ angebetet, mit mit gesprochen und ihm auf die Schulter geklopft hat. (Ungefaehr wie James bei den imaginaeren Freunden von Miss Sophie bei „Dinner For One“). Als er fertig war, hat er eine Flasche Rum geoeffnet, eine Helferin hat den Thron nach hinten gekippt und sie haben der Puppe den Rum in den offenen Mund eingefloesst (als Opfergabe oder Dankesgeschenk??). Danach hat der Glaeubige die Sonnenbrille von der Puppe hochgeschoben, damit sie sieht, wie er eine Kerze anzuendet. Wir haben mehrmals in den Ecken des Zimmers nach einer versteckten Kamera gesucht, aber keine gefunden. Alles SEHR seltsam. Andere Laender, andere Sitten… aber SO anders??? Es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung!

In Xela haben wir uns uebrigens erst mal von unserem Reisekollegen Heiko getrennt. Er hat dort 4 Wochen einen Spanischkurs gemacht und wird von dort aus an die Karbikkueste Honduras fahren, wozu wir wahrscheinlich keine Zeit haben werden, weil wir meine Eltern Mitte April in San Jose, Costa Rica, am Flghafen abholen werden. Jaaaaa!! 😉 Henno und ich geniessen es auf jeden Fall, endlich wieder zu zweit zu sein!!!

Da Guatemala (oder ueberhaupt Zentral-Amerika) auch fuer seine teilweise noch aktiven Vulkane bekannt ist, wollten wir es uns natuerlich nicht entgehen lassen, uns so einen auch einmal aus den Naehe anzuschauen. Also haben wir einen zweitaegigen Ausflug zum Vulkan Santiaguito gemacht. Mit geliehenem Wanderrucksack, Schlafsack und allem was man so braucht fuer 2 Tage in der Wildnis (inclusive dem „Shitpack“, beinhaltet, Klopapier und Schaufel) sind wir durch Bananen- und Kaffeeplantagen zu einem Aussichtspunkt gewandert, von dem aus wir regelmaessig die Ausbrueche des Vulkans sehen konnten.

Besonders eindrucksvoll war es natuerlich nachts, als wir die Lava durch die Gegend fliegen sehen konnten! Dazu kam dann noch ein eindrucksvolles Grummeln und der Gedanke, dass es in der Nacht zuvor ein Erdbeben (unser 1.!) gegeben hatte. Ob das wirklich alles so sicher war?! Auf jeden Fall ein eindrucksvolles Erlebnis, wenn auch die Wanderung selber sehr heiss und staubig war.

Von Xela aus sind wir nach San Pedro am Lago Atitlan gefahren. Die Fahrt dort hin war sehr steil und kurvenreich, mit unheimlich schoener Sicht auf den See. Das Moppedfahren hat mal wieder richig Spass gemacht, vor allem, weil auf der Strecke wenig Verkehr war, was hier sehr unueblich ist. Anhalten, um Fotos zu machen, konnten wir allerdings nicht, weil die Strecke dafuer bekannt ist, dass anhaltende Touristen ganz gern mal ueberfallen werden… San Pedro selber hat uns nicht wirklich gut gefallen. Der Ort ist unterteilt in zwei Bereiche: in dem einen Teil wohnen die Einheimischen und im anderen Teil wohnen die Austeiger, die teilweise einfach nur ungepflegt aussehen, stinken und total stolz darauf sind, dass sie es geschafft haben, auszusteigen, und die Touristen. Uns hat die Einstellung der „Aussteiger“ ziemlich genervt, so dass wir deren Naehe gemieden haben, was nicht unbedingt leicht war!! Statt dessen haben wir eine Bootstour ueber den See nach Panajachel, einem sehr touristischen Ort, der hauptsaechlich von Nordamerikanern und Europaeern bewohnt ist, gemacht. Der Lago Atitlan soll einer der schoensten Seen der Welt sein mit den vielen Vulkanen, die den See umgeben und seiner tief-blauen Farbe. Leider haben wir davon nicht viel gesehen, weil es fast die komplette Zeit, in der wir dort waren, bewoelkt und neblig war. An dem Tag, an dem wir mit dem Boot gefahren sind, hat es sogar ziemlich kraeftig geschuettet, was ausserhalb der Regenzeit (Mai bis Oktober) total unueblich ist.

In unserem Hotel sind wir mit einer Missionarsgruppe bestehend aus Aerzten, Zahnaerzten, Krankenschwestern und anderen Freiwilligen aus Kanada und Guatemala ins Gespraech gekommen, die in der Gegend war, um die Menschen in den aermsten umliegenden Doerfern medizinisch zu versorgen. Uns hat ihre Arbeit neugierig gemacht und wir haben gefragt, ob wir das Team einen Tag begleiten duerften. Gesagt, getan. Also ging es am naechsten Morgen mit einem mit Medikamenten und medizinischen Instrumenten vollgepackten Boot (groesstenteils gibt es wenn ueberhaupt nur grobe Schotterpisten um den See) in eines der umliegenden armen Doerfer. Da es tags zuvor stark geschuettet hatte, mussten viele Dorfeinwohner die kaputte Kaffeeernte retten, so dass nur wenige die Chance nutzen konnten, zum Arzt zu gehen. Da im „Behandlungsraum“, der sich in der Kirche des Dorfes befand, nicht viel zu tun war, hatten Henno und ich die Moeglichkeit, die Dorfkinder mit zu betreuen. Man muss sich vorstellen, dass die Menschen dort noch nicht oft mit Weissen in Kontakt sind und anfangs dementsprechend misstrauisch waren. Die Kommunikation war auch nicht ganz einfach, weil viele Kinder kein Spanisch, sondern nur Tzutuhil, einen Maya-Dialekt, gesprochen haben. Aber deswegen war es umso schoener, zu sehen, wie die Kinder nach und nach ihre Angst verloren haben und neugierig mitgebastelt und gesungen haben! Nach kurzer Zeit sind die Kinder aber mutiger geworden: um auszuprobieren, wie sich weisse Haare anfuehlen, haben sie Henno vorsichtig an den Armen angefasst; mich hat ein Maedchen ganz leicht im Gesicht beruehrt, weil es wissen wollte, wie sich weisse Haut anfuehlt.

Da wir den Tag doch sehr interessant fanden, haben wir uns entschieden, tags darauf mit der Gruppe noch in ein anderes Dorf zu gehen. Dort war wesentlich mehr los und als wir ankamen, sassen die Menschen schon vor der Kirche und haben darauf gewartet, untersucht zu werden. Da 2 Helfer vom Team krank waren, wurde Henno’s und meine Hilfe gut gebraucht. Henno hat als Optiker fungiert und den Menschen Brillen mit der passenden Sehstaerke angepasst. Da auch die indigenen Maya-Menschen etwas eitel sind, musste Henno auch Brillen ohne Sehstaerke, also mit „Fensterglas“ rausgeben, des Aussehens wegen! Da auch in dem Ort viele Menschen nur ihren Tzutuhil-Dialekt und kein Spanisch sprechen konnten, waren auch hier Uebersetzer (Tzutuhil -> Spanisch -> Englisch) noetig.

Tzutuhil ist eine sehr seltsam klingende Sprache mit gutturalen Lauten in allen Tonlagen. Henno hat rausgefunden, dass „alles klar“ „otz“ heisst. Dabei wird das „o“ fast stumm ausgesprochen. Na?! Klappt’s?? 😉 Uebrigens gibt es etwa 22 verschiedene Maya-Dialekte, die sich so gut wie gar nicht aehneln. Ausserdem gibt es ueber 350 verschiedene Trachten mit aufwendigen und bunten (und meist wirklich schoenen) Stickereien. Anhand dieser koennen die Mayas untereinander unterscheiden, wer aus welcher Region kommt.

Ich hatte weniger die Moeglichkeit mit den Menschen zu kommunizieren, da ich den Job der Zahnarzthelferin uebernommen hatte. Von den 12 Patienten, die bei „mir“ auf dem Stuhl sassen, wurde bei 9 ein Zahn gezogen! Ich hatte also nicht den angenehmsten Job.

Bei manchen aelteren Menschen dachte ich nur „lass ihr doch den Zahn, sie hat doch eh nur noch so wenige!!“ Nach der Behandlung haben wir jedem Patienten Zahnpasta und eine Zahnbuerste in die Hand gedrueckt und mussten einigen erst mal erklaeren, was man damit ueberhaupt macht!

Wenn einem Menschen nicht mit den zur Verfuegung stehenden Mitteln geholfen werden konnte, wurde in kleinem Kreis fuer ihn gebetet, was fuer uns ungewohnt, fuer die Menschen dort aber sehr hilfreich war. Nachdem wir – so weit wir konnten -, alle Menschen „verarztet“ hatten, haben wir vor der Kirche noch jede Menge Fotos vom Team gemacht. Dabei waren die Kinder im Dorf total heiss darauf, mit aufs Foto zu kommen! Wir haben von uns und den Kindern, die teilweise wieder kein Spanisch, sondern nur Tzutuhil sprachen, jede Menge Fotos, weil fast jedes Kind einzeln aufs Fotos wollte.

Wir fanden das sehr merkwuerdig, gerade nachdem wir in touristenreichen Gebieten in Mexiko die Erfahrung gemacht hatten, dass die Einheimischen Geld fuer jedes Foto, das von ihnen gemacht wurde, haben wollten. Fotografieren ist hier oft ein empfindliches Thema, da einige Menschen Angst haben, dass ihnen die Seele gestohlen wird, wenn man ein Foto von ihnen macht. Insgesamt waren es zwei wirklich sehr interessante Tage mit vielen – mit Sicherheit bleibenden – Erinnerungen!

Um unser Spanisch zu verbessern sind wir vom Lago Atitlan aus direkt nach Antigua gefahren, wo es zugegebenerweise wesentlich schoener, sauberer und waermer als in Xela war. Allerdings sind hier auch VIEL mehr Touristen, vor allem an den Sonntagen der Fastenzeit, also vor Ostern, an denen hier Vor-Osterprozessionen durch die Sadt gehen.

Auf der Strecke der Prozession werden aus gefaerbtem Saegemehl, Blumen und Obst unheimlich bunte und schoene Teppiche gemacht, die teilweise so aufwendig sind, dass morgens um 4 Uhr damit angefangen werden muss. Die Stadt ist an den Sonntagen wirklich rappelvoll! Ungefaehr so, wie die Koelner Innenstadt an Rosenmontag, nur ist es dazu noch ziemlich warm!

Von Antigua aus haben wir dann auch unseren 2. aktiven Vulkan bestiegen. Dieses Mal ging es aber wirklich bis zum Gipfel des Vulkans Pacaya. Da dieser regelmaessig alle paar Minuten Eruptionen hat, sind sie nicht so heftig und unkontrolliert wie beim Santiaguito, zu dem wir von Xela aus gewandert sind. Die Wanderung war nicht ganz so anstrengend und lang, nur das lose Vulkangestein und der steile Schlussanstieg hat den Aufstieg etwas schwieriger gemacht …. ein Schritt vor, fast einen ganzen Schritt wieder zurueckgerutscht… dafuer war der Abstieg in bester Skifahrerhaltung ein spassiges Vergnuegen! Auch wenn es fuer uns etwas unverstaendlich ist, wie einige Touris mit Stiefeln mit Absaetzen den Aufstieg gemacht haben (gut, dafuer mussten wir dann auch ziemlich lange auf sie warten…). Auf diesem Vulkan haben wir aus ca. 20m Entfernung die Lava etwa 3-5m hoch in die Luft fliegen sehen. Dabei haben wir auf den von der Lava angewaermten Steinen gesessen. Auch hier haben wir uns wieder gefragt, ob das alles so sicher ist, aber taeglich werden hier soviele Touristen angekarrt, wird schon sein. Uebrigens waren die letzten grossen Ausbrueche 2000, 1998, 1989, liegen also gar nicht so lange zurueck. Damals sind auch einige Doerfer verschuettet worden. Ein unbeschreibliches Erlebnis so nah an den Naturgewalten zu sein!

Mit unserer Gastfamilie haben wir hier in Antigua richtig Glueck! Unsere Gasteltern, ein aelteres Paerchen, sind echt suess und unser Zimmer das Beste, was wir in den letzten Monaten hatten!

Schade, dass die zwei Wochen hier jetzt fast vorbei sind. Andererseits zieht es uns weiter!!

Dass das Motorradfahren zur Zeit nicht unserer erste Prioritaet ist, habt ihr sicherlich schon gemerkt! Aber den beiden tut die Pause auch ganz gut. In Guatemala Stadt werden wir in der Woche vor Ostern mal wieder (laengst ueberfaellige) Arbeiten an den Moppeds vornehmen.

Uns geht es wie immer bestens, auch wenn sich meine Amoeben noch mal zu Wort gemeldet hatten und ich noch mal Tabletten nehmen musste. Jetzt sollte ich sie aber endlich los sein!?

So, dafuer, dass ihr gerade erst einen Bericht zu lesen hattet, war dieser wieder ziemlich lang. Wir wuenschen euch alle ein schoenes Osterfest und dass der Winter bei euch jetzt endgueltig vorbei ist! Auch, wenn ihr wohl keine 25-30 Grad haben werdet wie wir hier….

Viele liebe Gruesse aus Antigua von uns beiden!

Eure Henno und Alex

Antigua, Guatemala – El Salvador – Honduras – Nicaragua – Costa Rica – Panama, 6.5.2005

Da ihr mal wieder schon länger nichts von uns gehört habt, wird es wohl allmählich Zeit:

Von Antigua aus ging es mit unseren aufgefrischten Spanischkenntnissen nach Guatemala City, wo wir beim BMW Händler, der uns zum Schrauben eine Ecke in der Werkstatt zur Verfügung gestellt hat, unserer Moppeds wieder auf Vordermann bringen konnten (wer genauer wissen will, was wir gemacht haben, kann unter „Ausrüstung & Erfahrungen“ nachschauen). Übernachten konnten wir bei Tito, einem Arzt aus Guatemala, und Leiter der Missionarsgruppe, die wir am Lago Atitlan kennen gelernt hatten, und seiner Familie. Von dort sind aus wir weiter an den Pazifik gefahren, wo wir bei Peter, einem Österreicher die „Semana Santa“, wie die Karwoche hier genannt wird, verbracht haben. Peter hat ein kleines Hotel, das „Casa Austriaca,“ und wir konnten dort im Garten zelten und waren froh, in dieser Woche, in der ganz Guatemala auf Reisen ist, etwas Nettes gefunden zu haben. Wir kamen sogar in den Genuss eines original und frischgebackenen österreichischen Apfelstrudels!

Das Besondere am Pazifik in dieser Gegend ist der schwarze Sandstrand, der durch die Vulkane entstanden ist. Leider waren allerdings weder das Meer noch der Swimmingpool eine wirkliche Abkühlung und da die Mücken sehr aggressiv waren, zog es uns nach ein paar Tagen weiter wieder in etwas höhere Lagen.

Über kurvige Straßen sind wir zur Grenze nach El Salvador, wurden aber leider nicht rein- bzw. aus Guatemala rausgelassen, da wir verpennt hatten, dass die Moppeds nur 60 Tage im Land bleiben durften und diese Zeit um einige Tage überschritten war. Wir hingegen hatten 90 Tage, weswegen uns das nicht aufgefallen war. War ja klar, dass uns so was mal passieren musste! 😉 Kein nettes Zureden half, wir mussten wieder zurück nach Guatemala City, um dort eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung für die Motorräder zu beantragen. Glücklicherweise waren es nur ca. 150km, die wir wieder zurück mussten…. Die ersten 3 Nächte haben wir in der Hauptstadt in der berüchtigten (aber billigen) „Zona 1″ gewohnt, was sehr spannend und faszinierend war. Müll, schwarze Auspuffwolken, chaotischer Verkehr, heruntergekommene Straßenstände,… irgendwie interessant und im totalen Kontrast zur rausgeputzten Stadt Antigua. Da man sich abends nicht unbedingt draußen aufhalten sollte, haben wir ruhige Fernsehabende mit Bier und Chips gemacht – da kommt man auf so einer Reise schließlich auch nicht so oft zu?! Im Kontrast zu „Zone 1″ steht dann allerdings die „Zone 10″, die die Luxusgegend von Guatemala City ist. Dort gibt es die schicksten und teuersten Hotels, Bars und Restaurants und wir konnten mal wieder die absoluten Klassenunterschiede eines 3. Welt Landes erkennen.

5 Tage lang sind wir täglich zum Amt gegangen, um den Bearbeitungsvorgang der Motorradpapiere etwas zu beschleunigen. Am Schluss wurden wir von den schwerbewaffneten Sicherheitsmännern sogar per Handschlag begrüßt! Alles lief sehr ordnungsgemäß und korrekt ab und am fünften Tag konnten wir schließlich unsere Papiere in Empfang nehmen – ohne dafür auch nur einen Quetzal (wie die Währung in Guatemala genannt wird) zahlen zu müssen! Außerdem hatten wir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass die zuständigen Personen in irgendeiner Form korrupt gewirkt hätten! Was uns ehrlich gesagt aber auch etwas gewundert hat!

Die letzten 3 Nächte in Guatemala City haben wir bei Leilani, die wir in einem Hostel in Mexiko kennen gelernt hatten, und ihrem Freund Jack verbracht. Leilani und Jack unterrichten beide an der Universität in Guatemala City und so haben wir uns dort auf dem Campus auch mal umgeschaut und das Mensa Essen genossen. Jack hat übrigens eine der größten Insektensammlungen Mittelamerikas und führte vor mehreren Jahren mit seiner Rockband die Charts in verschiedenen Ländern Mittelamerikas. Dabei fiel uns wieder mal auf, was für interessante Leute man so unterwegs kennenlernt. Guatemala hat uns in den ca. 2 Monaten, die wir dort waren, unheimlich gut gefallen! Die schöne Natur, die Ruinen, die bunten Handarbeiten und die traditionell lebenden und gekleideten Menschen werden uns als typisch für Guatemala in bester Erinnerung bleiben.

Mit der Ausreiseerlaubnis für unsere Motorräder konnten wir dann am 2.4.2005 doch endlich los nach El Salvador. Übrigens wollte uns einer der üblichen Geldwechsler an der Grenze El Salvadorianisches Geld andrehen. Zum Glück wussten wir, dass diese Währung seit einigen Jahren nicht mehr besteht und nur der US Dollar als gültige Währung akzeptiert wird. Aber mit den dummen Touris kann man es ja mal ausprobieren… Wir sind eine Nacht am Lago de Coatepeque geblieben, einem mit klarem Wasser gefüllten Kratersee – eine wohltuende Abwechslung zu den hektischen und dreckigen Großstadterfahrungen der letzten Tage. 2 Tage später haben wir das kleine Land El Salvador schon wieder verlassen und sind nach Honduras eingereist.

Dort waren wir geschockt von den Preisen, die wir (höchstoffiziell mit Rechnungen etc.) für die Einreise zahlen mussten. Pro Motorrad mussten wir ca. 45 US$ zahlen, ein paar Dollar für ein Formular, ein paar für die Straßenbenutzung, dann die üblichen Kopien, Stempel etc. Das ganze dauerte ca. 3 Stunden und ich sah Henno immer nur wie im Film von einem Büro zum nächsten laufen, während Kühe und Ziegen, die auf einem mittelamerikanischen Grenzübergang auch nicht untypisch sind, wohl ohne Erlaubnis ein- und ausreisen durften?! So wurde Honduras für uns das teuerst Land bei der Einreise – ein bisschen ärgerlich, weil wir es nur für einen Tag als Durchreiseland nutzen. Dann ging es nämlich schon wieder über die nächste Grenze nach Nicaragua. Bei Grenzübertritten hatten wir langsam schon eine gewisse Routine entwickelt. Trotzdem brauchen wir fast immer 2-3 Stunden bis wir das typisch „geordnete“ Chaos durchschaut haben. Außerdem vermeiden wir es, die Tipps von den lästigen „Grenzhelfern“ anzunehmen, die das Chaos oft noch undurchsichtiger erscheinen lassen.

Eigentlich hatten wir ja vorgehabt, etwas mehr Zeit in El Salvador und Honduras zu verbringen, aber wir mussten uns durch den ungeplant langen Aufenthalt in Guatemala City etwas beeilen, weil wir Mitte April meine Eltern in San Jose, Costa Rica am Flughafen empfangen wollten. Es ist zwar nicht wirklich fair, ein Land zu beurteilen, in dem man sich nur 1 oder 2 Tage aufgehalten hat, aber für einen ersten Eindruck reicht es: El Salvador hat auf uns – vor allem im Gegensatz zu den benachbarten Ländern – sehr sauber gewirkt und die Menschen, mit denen wir gesprochen haben, waren sehr freundlich und hilfsbereit. Sobald wir die Grenze nach Honduras überquert hatten, lagen schon wieder hohe Müllberge neben der Straße und es stank erbärmlich!

In Nicaragua haben wir uns aber doch noch ein bisschen Zeit genommen. In Granada, einer sehr netten, bunten Stadt im kolonialen Stil, haben wir ein paar schöne Tage verbracht. Von dort haben wir eine Tagestour an einen erfrischend kalten Kratersee gemacht und uns den Masaya, einen noch aktiven Vulkan angeschaut. Unser Tatendrang wurde nur etwas von den heißen Temperaturen gebremst – Motorradfahren mit voller Montur und 40° im Schatten sind irgendwie keine gute Kombination. Auch nachts war es in unserem Zimmer nicht unter 30°… Wir sind kurz vor dem Ende der Trockenzeit, und deswegen sind es gerade auch die heißesten Tage des Jahres. Alles ist trocken und staubig, und die Landschaft ist auch eher braun als grün.

Das änderte sich allerdings schnell, als wir die Grenze nach Costa Rica überquert hatten. Nach wenigen Kilometern wurde es saftig grün und die Luft war unheimlich frisch! Über die streckenweise ziemlich schlechte Panamericana sind wir bis Liberia und dann weiter ins Landesinnere zum Vulkan Arenal gefahren.

Dort hatten wir großes Glück mit dem Wetter, da es hier regelmäßig regnet und der Vulkan wolkenverhangen ist. Wir hatten allerdings eine sehr schöne Fahrt und einen perfekten Blick auf den qualmenden Bilderbuchvulkan Arenal.

In einem kleinen Städtchen in der Nähe des Vulkans haben wir 3 Tage verbracht und etwas die Gegend erkundet. Wir haben allerdings bald gemerkt, dass wir jetzt in Costa Rica sind und man zwar viele Möglichkeiten hat, aber alles auch recht teuer ist!!

Am 15. April haben wir dann endlich meine Eltern vom Flughafen abgeholt und die Wiedersehensfreude war riesig groß! Auch, weil sie als „Lieferdienst“ gewirkt haben und uns einige Sachen wie einen neuen Anlasser, neue Visiere, einen neuen alten Laptop (riesigen Dank an den Spender Peter und auch an Freddi!!!) usw. mitgebracht haben. Mit Ihnen haben wir 2 Wochen Costa Rica im einem Mietwagen erkundet und den Moppeds eine Pause gegönnt. Von unserem Startpunkt in Alajuela aus haben wir eine Tagestour zu einer Kaffeeplantage gemacht, wo wir gelernt haben, dass in ganz Costa Rica „Fair Trade“-Kaffee angebaut wird. Das heißt, dass die Arbeiter unter wesentlich besseren Bedingungen arbeiten als z.B. in Guatemala. Ein Großteil des Kaffees wird an Starbucks in der ganzen Welt geliefert, was auch ein Grund dafür sein wird, warum Starbucks so teuer ist?! Nach 3 Tagen in Alajuela sind wir Richtung Pazifikküste gefahren, wo wir durch das Biologische Reservat Carara gewandert sind und uns ein paar schöne Aras angeschaut haben. Von dort ging es weiter in den Süden, wo wir bei Uvita in einem richtig schönen Hotel direkt am Rande des Regenwaldes mit Blick auf den Pazifik untergekommen sind. Während meine Eltern eine Delphin- und eine Mangroven Tour gemacht haben (kannten wir ja schon), haben Henno und ich es einfach nur genossen, am riesigen Pool abzuhängen. Von Uvita aus sind wir über die Panamaricana ins Orosi-Tal gefahren und dort durch wirklich schöne Natur gewandert. Costa Rica hat tatsächlich was von den österreichischen oder schweizerischen Alpen und wird unter anderem auch deswegen die Schweiz Mittelamerikas genannt!

Unser nächstes Ziel war Santa Elena in der Nähe des Nationalparks Monteverde, wo wir einen „Sky Walk“ gemacht haben. Wir sind über bis zu 700m lange und ca. 140m hohe Hängebrücken durch den Regenwald gewandert. Es war echt schön, auch wenn wir nicht wirklich viele Tiere gesehen haben. Allerdings haben wir ein brütendes Quetzalpärchen gesehen! Der Quetzal ist ein schöner, schimmernd grüner Vogel mit bis zu 1m langen Schwanzfedern, den man eher selten sieht. Leider war er zu schnell (oder wir zu langsam?), um ein Foto zu machen… Nach dem Sky Walk haben wir eine Canopy Tour gemacht: an 30-770m langen und ca. 130m hohen Stahlseilen sind wir mit bis zu 60 km/h durch und über die Baumwipfel des Regenwaldes gerast. Das war ein Spaß!!!

Am selben Abend haben wir noch eine Nachtwanderung gemacht und Taranteln, ein Gürteltier, ein Agouti (sieht aus wie ein Meerschwein mit viel zu langen Beinen), eine sehr giftige grüne Schlange und mit viel Fantasie ein Faultier gesehen. War also alles in allem ein sehr erfolgreicher Tag!

Vom Santa Elena aus sind wir auf einer sehr schlechten Piste zum und um den Arenal See gefahren und meine Eltern hatten die gleiche faszinierende Sicht auf den rauchenden Vulkan Arenal wie wir 2 Wochen zuvor. Leider war es nur nachts immer wolkig, so dass wir nie sehen konnten, wie Lava den Vulkan herunterrollt.

Nach 2 1/2 Wochen in Costa Rica sind meine Eltern mit übervollem Gepäck wieder nach Hause geflogen. Der Abschied war schon sehr traurig, aber Henno und ich haben uns auch gefreut, mit den Moppeds weiter zu reisen, was wir auch einen Tag später gemacht haben! Wir sind Richtung Süden über den mit ca. 3300m höchsten Punkt der Panamerikana gefahren. Auf dem Weg bergab sind wir in einen richtig starken Regenguss gekommen und haben unsere Regenkombi das erste mal seit Monaten (USA?, Mexiko?) anziehen müssen. Die Regenzeit hat offensichtlich angefangen, was man auch bei Sonnenschein daran erkennt, dass aus den kleinen klaren Bächen große matschig-braune Flüsse geworden sind.

Nachdem wir mit meinen Eltern eher in netteren Hotels übernachtet haben, hatten wir einen Tag nach ihrer Abreise eine richtige Absteige: das Bett hätte jeder Hängematte alle Ehre gemacht und vor allem im Bad waren viele richtig fette Kakerlaken. Daran müssen wir uns wohl erst wieder etwas gewöhnen?!

Einen Tag später haben wir Costa Rica auf einer ziemlich rauen und vom Regen rutschigen Schotterpiste verlassen und sind auf dem wohl kleinsten Grenzübergang zwischen den beiden Ländern nach Panama eingereist. Da das Grenzbüro von Costa Rica dort keine Zollabfertigung hatte, konnten unsere Motorräder nicht ausgecheckt werden, was für uns zur Folge hat, dass wir in den nächsten 5 (oder so) Jahren nicht mit einem anderen Fahrzeug nach Costa Rica einreisen dürfen. Sicher waren sich die Grenzbeamten allerdings nicht, wie das Gesetz genau lautet. Da wir ähnliches aber eh nicht vorhaben, war uns das egal und wir sind weiter zum panamanesischen (?) Grenzhäuschen gefahren. Costa Rica hat uns von der Natur her sehr gut gefallen, aber uns hat definitiv das ursprüngliche und typisch lateinamerikanische mit den bunten Trachten und Handarbeiten gefehlt. Üblich für Costa Rica sind Möbel und kleinere Holzarbeiten, die zwar schön sind, aber nicht zur Rettung des Regenwaldes beitragen. Obwohl die meisten Straßen vor allem für die große Zahl an Touris, die jährlich durchs Land reisen, in sehr schlechtem Zustand sind, kann man sich viel schöne durch Naturparks geschützte Natur angucken. Allerdings muss man auch bereit sein, dafür etwas mehr Geld zu zahlen. Dass man das Gefühl hat, dass es kaum „Ticos“ (wie die Einwohner Costa Ricas genannt werden) gibt, liegt sicher auch an der hohen Zahl an Einwanderern aus Europa und den USA, die sich dort niedergelassen haben. Auch deswegen kommt man sich häufig nicht vor, als wäre man in Lateinamerika.

An der Grenze nach Panama wurden wir erst mal mit einem freundlichen Händedruck begrüßt und alles lief sehr schnell und unkompliziert ab.

Direkt hinter der Grenze begann eine perfekt asphaltierte und schöne kurvige Straße durch Kaffeeplantagen und Nebelwald. Eine phantastische Motorradstrecke!!! In den letzten 3 Tagen haben wir etwas die Berge im Norden Panamas erkundet und sind begeistert von der traumhaft schönen Natur hier! Bis jetzt können wir uns Janosch’s „Oh wie schön ist Panama!“ also nur anschließen! 😉

Wir haben vor, etwa 2 Wochen in Panama zu bleiben und dann nach Kolumbien überzusetzen. Nachdem wir so viele Reisende getroffen haben, die durch Kolumbien gekommen sind und sich sehr sicher dort gefühlt haben, haben wir uns auch für diesen Weg entschieden. Hier in Mittelamerika haben übrigens andere Länder wie Mexiko und Nicaragua einen viel schlechteren Ruf als Kolumbien und auch dort haben wir uns nie unsicher gefühlt. Wenn alles klappt, werden wir unsere Moppeds und uns Ende Mai auf ein Segelboot laden und in 5-7 Tagen von Portobelo, an der Karibikseite Panamas nach Cartagena, Kolumbien segeln und unterwegs noch ein paar Schnorchelgänge in der Karibik mitnehmen. Auf dem Landweg ist es so gut wie unmöglich nach Kolumbien zu kommen, da das „Darién Gap“ hauptsächlich aus Dschungel besteht, in dem die kolumbianische Drogenmafia regiert. Wir haben übrigens gehört, dass die kolumbianische Polizei die Freewind (mein Motorrad) fährt und es gibt auch einen gut organisierten Freewind-Club in Kolumbien. Kann also nichts schief gehen!

Außer dass sich die Amöben bei mir sehr wohl zu fühlen scheinen – hab schon wieder welche – geht es uns richtig gut und wir freuen uns aufs Weiterreisen! Wir hatten wirklich viele und lange Fahrpausen in den letzten Monaten!

So, das war jetzt wieder genügend Lesestoff! Wir hoffen, euch geht’s allen gut und ihr könnt den beginnenden Sommer mit Abenden im Biergarten genießen! Wir schicken viele liebe Grüße und etwas Sonne aus Panama! Bis zum nächsten Bericht!

Eure Alex and Henno

Panama – „Valhalla“ im karibischen Meer – Cartagena, Kolumbien; 13.6.2005

Panama hat uns von Anfang an gut gefallen (auch, wenn es nicht wirklich nach Bananen riecht): sowohl die Natur als auch die Menschen! Was allerdings nicht so angenehm war, war das heiße und schwüle Wetter. Es war teilweise wirklich fast unerträglich heiß und wir haben unsere Moppedklamotten gut vollgeschwitzt! Noch unerträglicher wurde es, wenn es zu der Hitze noch angefangen hat zu regnen und wir uns in die Plastik-Regenkombis gequält haben, die gar keinen Wind mehr durchgelassen haben. Aufgrund der Feuchtigkeit hat es auch immer recht lange gedauert, bis die Ausrüstung wieder getrocknet war. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie es sich anfühlt, immer wieder den noch feuchten und ziemlich muffigen Helm anzuziehen?! Nicht so schön… Während wir allerdings ziemlich geölt haben, laufen die Einheimischen in langen Jeans rum und haben keine Spur von Schweißperlen auf der Stirn?!

Wir waren etwas verwundert, dass der amerikanische Dollar die Landeswährung von Panama ist. Die Panamesen nennen ihre Währung zwar „Balboa“, aber es ist der US Dollar. Auffällig war außerdem, dass gleich hinter der Grenze von Costa Rica wieder viele Frauen in traditionellen Kostümen gekleidet waren. Das war ja das, was uns in Costa Rica so gefehlt hatte!

Durch Panama zu fahren war für uns etwas verwirrend, weil es von West nach Ost und nicht von Nord nach Süd geht. Hier gibt es eigentlich nur die Panamerikana oder Interamericana, wie sie dort genannt wird, eine gut asphaltierte, teilweise 2-spurige Straße, die das Hauptstraßennetz von Panama bildet.

Von ihr gehen kleinere Straßen nach Süden und Norden ab, die untereinander aber kaum verbunden sind. Wir sind also auch immer wieder auf der Interamericana gefahren und haben nördlich oder südlich davon kleinere Orte besucht. Panama machte auf uns einen wesentlich wohlhabenderen Eindruck als z.B. Guatemala oder Mexiko. In unserem Mittelamerikaführer steht, dass Panama das höchste Pro-Kopf-Einkommen Mittelamerikas hat. Das heißt natürlich nicht, dass es keine Armut gibt! Das ist uns ganz stark in Panama City aufgefallen, wo der Unterschied – wie in jeder Großstadt – mal wieder ganz extrem war.

Aber so ging es erst mal weiter: Nachdem wir ein paar Tage die Berge im Westen Panamas erkundet hatten, wollten wir noch mal an die Küste. Wir haben uns für die Halbinsel Azuero entschieden, die bekannt für traditionelle Fiestas (vor allem Karneval!) ist, aber leider hatten wir Pech und haben keine Fiesta mitbekommen! So haben wir uns ein paar typische kleine Städtchen angeschaut, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint: schöne alte Gebäude, alles erscheint total entspannt und das Pferd wird häufig noch als Transportmittel benutzt. Allerdings war es uns auch hier einfach zu heiß, weswegen wir noch mal in die höheren Lagen gefahren sind.

In Panama City haben wir uns mit Roos und Vince, einem holländischen Pärchen verabredet, das wir in Guatemala schon mehrmals getroffen hatten. Die beiden waren mit dem Fahrrad von Cuba nach Panama unterwegs und sind mittlerweile wieder zu Hause.

Von der Hauptstadt aus haben wir uns natürlich auch den Panamakanal und die Schleusen angeschaut. Beeindruckend waren die riesigen Frachtschiffe, die langsam durch die Schleusenenge manövriert wurden!

In Panama City haben wir auch zufällig „DIE“ anderen deutschen Motorradreisenden getroffen haben, von denen wir schon gehört hatten: Olli, die „twintraveller“ Martin und Katja und Heiko, mit dem wir ja schon 5 Monate zusammen gereist sind. Die Zeit, die wir uns ausgesucht haben, von Nord- nach Südamerika zu reisen ist die Zeit, die die meisten wählen, um in der richtigen, also trockenen, Jahreszeit zu reisen. Aus dem Grund und um die Weiterreise per Schiff oder Flugzeug nach Südamerika zu planen, kommen im April/Mai viele Reisende hier in Panama zusammen. Und da Panama recht schmal ist und wie ein Trichter alle Nord – Südreisenden auffängt, läuft man sich hier schnell mal über den Weg. Es hat Spaß gemacht, einen Abend zusammen zu sitzen und Erfahrungen auszutauschen. Am nächsten Tag sind wir allerdings wieder getrennte Wege gegangen und Henno und ich sind an die Atlantikküste gefahren, von wo aus wir mit dem Segelboot nach Kolumbien übersetzen wollten.

In dem kleinen Hafenort Portobelo, haben wir dann insgesamt gut eine Woche auf Dennis und sein Segelboot „Valhalla“ gewartet, das uns nach Cartagena, Kolumbien bringen sollte. In der Zwischenzeit sind auch die beiden Moppedfahrer Roland, aus Österreich, den wir an der Grenze von Nicaragua nach Costa Rica kennen gelernt hatten, und nachher auch Heiko zu uns gestoßen. In der Zeit, die wir in Portobelo verbracht haben, haben wir uns vor allem mit den Kindern im Dorf angefreundet. Wir haben sie mal auf unseren Moppeds mitgenommen, dafür haben sie uns ein in der Nähe lebendes Faultier gezeigt und für uns kleine Tanzfeste veranstaltet, wobei die Jungs auf Plastikeimern getrommelt und die Mädchen, die zu Königinnen gekürt wurden, dazu getanzt haben. Sie haben auch versucht, uns den traditionellen Tanz „Congo“ beizubringen.

Die Kids waren auch total begeistert von unserem Fernglas und als sie das erste Mal durchgeguckt haben, haben sie die Hand nach dem ausgestreckt, was sie da „direkt“ vor sich sehen. Sehr süß!!

Es war wirklich schön, noch mal etwas engeren Kontakt mit den Einheimischen zu haben und wir waren schon soweit in die Dorfgemeinschaft integriert, dass die Mütter uns gefragt haben, wo sich denn gerade ihre Kinder „rumtreiben“. Das war nämlich meistens in unserer Nähe.

Als Dennis dann endlich in Portobelo angekommen ist, haben wir in einer wackeligen und spannenden Aktion unsere 4 Moppeds nacheinander mit dem Dingi, einem kleinen motorisierten Schlauchboot, zum Segelboot transportiert.

Wir haben dann noch 5 Tage im Hafen von Portobelo verbracht, weil einige „Kleinigkeiten“ an der „Valhalla“ (www.sailvalhalla.com) gemacht werden mussten. Auf den ersten Blick war das Boot wirklich schick mit allem drum und dran, bei genauerem Hingucken hat man aber gesehen, dass alles etwas runtergekommen ist und durch die ständige Feuchtigkeit so langsam vor sich hinschimmelt und müffelt. Unsere Crew bestand aus dem Kapitän Dennis, dem Co-Kapitän Morris, den beiden norwegischen Helfern Thea und Öyvind, 3 englischen Back-Packern und uns 4 Motorradfahrern. Am 29.6.2005 (nach 2 Wochen Wartens) haben wir dann endlich Portobelo verlassen: Die ca. 1-wöchige Segeltour sollte so aussehen, dass wir von Portobelo zu den San Blas Inseln fahren, einer traumhaft schönen, aus 365 Inseln bestehenden Inselgruppe in der Karibik.

Die noch zu Panama gehörenden Inseln werden von den idigenen Kunas bewohnt, die auch noch ihre eigene Sprache haben.

Auf der Hauptinsel „El Porvenir“ konnten wir unseren Ausreisestempel von Panama erhalten und die schöne Gegend mit den Korallen zum Schnorcheln nutzen. Von dort sollte es weiter nach Cartagena gehen.

Es kam aber doch alles ein bisschen anders: da der Motor nicht repariert werden konnte, mussten wir uns auf Wind und Segel verlassen – gar nicht so einfach, wenn nicht alle Segel da sind, mit Besenstiel improvisiert werden muss und der Wind fehlt – und wenn alle Stricke reißen, sollte uns das Dingi einfach ziehen.. Für die Stromversorgung war ein Generator eingeplant, der allerdings eine Nacht vor der Abfahrt beim Transport ins Wasser gefallen ist. Wir hatten ja noch die Batterien, die für die nötigste Stromversorgung (Musikanlage) da waren – wozu das Anker hoch ziehen allerdings nicht gehörte. Da mussten die Jungs ran.

In der ersten Nacht sind wir bei Wellen und Gewitter und ohne Wind die ganze Nacht ca. 10km von Portobelo entfernt auf dem Wasser rumgedümpelt, sehr zum Leidwesen von Henno und mir, weil es uns nicht wirklich gut ging und wir es eh in den ersten Tagen auf dem Boot nur in der Horizontalen ausgehalten haben. In der zweiten Nacht sind wir bei den San Blas Inseln auf Grund aufgesetzt und mussten am nächsten Tag auf die Flut warten, damit wir uns wieder befreien konnten. Wir konnten die Wartezeit aber schon zum Schnorcheln nutzen. Am dritten Tag haben wir ein Crew-Mitglied verloren, was sehr schade war, weil wir endlich mal ein bisschen Wind und Fahrt (10 km/h) drauf hatten und uns das Wiedereinsammeln quasi „den Wind aus den Segeln“ genommen hat. Ist aber alles gut gegangen!

Viele Stunden haben wir nur rumdümpelnd auf dem Wasser verbracht, weil einfach kein Wind da war und wir sehr sparsam mit dem Sprit für das Dingi umgehen mussten. Selbst wenn das Dingi uns gezogen hat, waren wir nicht schneller als 5km/h, was bei einer Strecke von über 500km nicht viel ist!! Nach einiger Zeit waren auch die Batterien für die Stromversorgung leer (ein Motor, der die Batterien neu auflädt, gab es ja nicht) und wir hatten kein Licht mehr, was an sich nicht so wild ist, aber auch das Positionslicht funktionierte am Schluss nicht mehr, so dass wir im Dunkeln von anderen Schiffen nicht gesehen werden konnten. Da keiner mit so einer langen Segeltour gerechnet hatte, wurden natürlich auch die Essensvorräte knapp. Letztendlich mussten alle 4 Motorräder komplett leergesaugt werden, damit wir genug Sprit für das Dingi hatten, das uns mit letzter Kraft nach Cartagena gezogen hat. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, WIE froh wir waren, als wir endlich nach 11 Tagen auf dem Boot wieder festen (und nicht schimmlig-nassen) Boden unter den Füßen hatten! Ein Teil unserer Sachen musste auch erst mal von Schimmelpilzen und Mief befreit werden.

Auch wenn Henno und ich sicher nicht so schnell unter die Segelfans gehen werden, müssen wir doch sagen, dass es auch einige schöne Erlebnisse gab: z.B. wenn ca. 20 Delphine aus der Ferne aufs Boot zugesprungen kamen und uns eine Zeitlang begleitet haben. Die schönen Sonnenuntergänge und der wahnsinnige Sternenhimmel. Und auch, dass wir jeden Tag ein paar „Runden“ schwimmen konnten, hat mal gut getan! Nichts desto trotz war es ein kleines Abenteuer!

Na ja, wir und unsere Moppeds sind auf jeden Fall gut in Cartagena angekommen, wo wir uns jetzt ein Paar Tage von den „Strapazen“ erholen werden, bevor es weiter durch Kolumbien Richtung Ecuador geht.

Nach einem guten halben Jahr in Mexiko und Mittelamerika wollen wir noch einen kleinen Rückblick geben über das, was uns besonders in Erinnerung geblieben ist. Es gibt einige Sachen, die für uns mit der Zeit alltäglich geworden sind, die aber typisch für viele Regionen in Mittelamerika sind. Da sind z.B. die bunten Obst- und Gemüsestände, die alle paar Kilometer am Straßenrand stehen und so lecker nach reifem Obst riechen!

Oder die „Comedores“ oder „Sodas“ (in Costa Rica), wie die Imbissrestaurants hier genannt werden, die fast rund um die Uhr mehr oder weniger leckeres, aber immer billiges Essen haben. Dann sind da die Einheimischen vieler kleinerer Städte, die ihre freie Zeit in der Hängematte oder auf dem Schaukelstuhl vor ihrem Haus verbringen, damit sie auch ja nichts verpassen. Schön sind auch immer wieder die kleinen Dörfer in deren Mittelpunkt eine Kirche und ein von Häusern umrandeter Fußballplatz sind. Dabei wird der Rasen des Platzes regelmäßig mit der Machete gestutzt. Immer wieder ein tolles Erlebnis sind die staunenden und winkenden Kinder, wenn wir mit unseren Motorrädern vorbeifahren. Aber auch in „zivil“, also ohne Motorradklamotten, werden wir oft angestarrt als wären wir vom Mars! Mit unserer hellhäutigen Haut wirken wir wohl exotisch vor allem auf die Kinder, die auch schon Sachen umgerannt haben, weil sie den Blick nicht von uns abwenden konnten. Viele einfachere Menschen in den Dörfern fragen uns häufig, wo „Alemania“ denn ist und wie viele Tage wir von dort nach hier gebraucht hätten. Die Offenheit und Freundlichkeit, die wir bisher von den Menschen entgegenbekommen haben, sind aber sicherlich die schönsten Dinge in unserem Reisealltag! Es ist schon oft vorgekommen, dass wir nach dem Weg gefragt haben und uns jemand mit dem Fahrrad, Mofa oder Auto direkt zum gesuchten Ort gebracht hat.

Uns haben auch die verschiedenen indianischen Völker mit ihrer typischen Kleidung sehr gut gefallen, auch wenn es für uns nicht ganz passte, wenn eine Maya-Frau sich ihr Handy aus dem traditionellen Kleid geholt hat!

Interessante Erfahrungen sammeln wir auch manchmal in den kleinen „tiendas“, eine Mischung aus Kiosk und Supermarkt, in denen man alles bekommt, was man sich vorstellen kann. Als Tourist kann man allerdings davon ausgehen, dass man teilweise das doppelte zahlen muss, als die Einheimischen, was vor allem dann auffällt, wenn der Preis für ein und die selbe Sache im selben tienda von Tag zu Tag variiert. In diesem Zusammenhang: hatten wir eigentlich erwähnt, dass wir an der Grenze von Nicaragua nach Costa Rica einen „Sonntagszuschlag“ von $1,50 US zahlen mussten?! Ob das so üblich ist?!

Auf ihre Art beeindruckend sind auch die knallbunt angemalten „chicken busses“ (umgerüstete amerikanische Schulbusse, die als öffentliches Transportmittel dienen).

und die immer noch im Straßenverkehr fahrenden schwarz qualmenden Rosthaufen, bei deren Anblick der deutsche TÜV mit den Ohren schlackern würde! Zum Straßenbild gehören z.b. auch Moppeds, die mit fünf oder Fahrräder, die mit drei Personen beladen sind.

Leider sind aber auch der überall herumliegende und in den Vorgärten verbrannte Müll, bettelnde und teilweise ziemlich kranke Kinder und Erwachsene, total verwahrloste oder tot am Straßenrand liegende Tiere, die von Aasgeiern zerpflückt werden, zum Alltag geworden. Richtig ekelhaft ist der Aasgeruch, der von den toten Tieren ausgeht und an den wir uns wohl nicht gewöhnen werden. Auch nicht unbedingt unser Ding sind die vielen kleinen Mitbewohner, die sich häufig mit uns ein Zimmer teilen, wie Ameisen, Spinnen (die teilweise beißen!) oder Kakerlaken. Auch, dass in allen Städten bewaffnete – oft 15 jährige – Sicherheitsmänner vor Geschäften in den Straßen stehen, beunruhigt uns weniger, als wenn sie nicht da sind!

Insgesamt sind wir jetzt etwas über 11 Monate und ca. 40.000 km unterwegs, was uns fast unglaublich vorkommt! Zwischendurch hatten wir manchmal das Gefühl, dass die Zeit gar nicht vorbei geht, dann geht sie wieder viel zu schnell rum – wie in jedem Urlaub also. Hin und wieder kommt natürlich auch mal Heimweh hoch – bei mir allerdings wesentlich öfter als bei Henno. Wir vermissen auch den leckeren Käse, gutes Brot oder richtige Schokolade von zu Hause, vor allem dann, wenn es schon wieder Reis mit Bohnen und/oder Hühnchen gibt. Trotzdem freuen wir uns immer noch beide aufs Weiterreisen und vor allem auf Südamerika!

In diesem Sinne schicken wir liebe Grüße aus Kolumbien und bis zum nächsten Bericht!

Eure Henno und Alex

Weiter in Kolumbien/Equador/Peru

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