Kolumbien – Equador – Peru

Kolumbien – Otavalo, Ecuador; 12.7.2005

Jaaa, Kolumbien!?!? Wir wissen nicht, wie ihr euch Kolumbien vorstellt, aber wahrscheinlich nicht so, wie es wirklich ist! Nämlich unheimlich schön!!

Aber fangen wir vorne an: nachdem wir uns in Cartagena von der langen Segeltour erholt hatten, haben wir die Stadt etwas erkundet. Cartagena ist eine ziemlich große Stadt mit einem sehr schönen historischem Stadtkern im kolonialen Stil.

Für kolumbianische Verhältnisse gibt es in Cartagena sehr viele ausländische Touristen, was im restlichen Land (bis auf Bogotá) eher eine Seltenheit ist. Wie in jeder großen Stadt gibt es auch dort mal wieder extreme Unterschiede zwischen arm und reich. Während die Reichen in den Restaurants schlemmen, liegen die Armen in der Ecke und betteln. Wir haben einen etwa 10-jährigen Jungen gesehen, der an einer Flasche mit Kleber geschnüffelt hat und mit roten verdrehten Augen da lag. Während wir noch betroffen hinguckten, gehen die Einheimischen ohne zu gucken vorbei – für sie ist es eben normal.

Wir haben uns in der Stadt ein bisschen wie im Schlaraffenland gefühlt. Wir saßen auf einer Bank im Park und andauernd kamen Leute vorbei, die Essen und Trinken verkauft haben. Vor allem Tinto, ein kleiner Becher mit gesüßtem Kaffee, das Nationalgetränk Kolumbiens, ist sehr beliebt.

Von Cartagena aus haben wir einen Ausflug zu einem – angeblich 2300m tiefen – Schlammvulkan gemacht, in dem wir auch „baden“ konnten. Das hat Spaß gemacht, sich komplett mit dem warmen Schlamm einzuseifen. Untergehen konnte man nicht, deswegen konnte man schön im Schlamm liegen und entspannen.

Wir haben insgesamt 5 Tage in Cartagena verbracht, dann haben wir es in der Hitze dort nicht mehr ausgehalten! Wenn man nachts um 2 Uhr draußen sitzt, ein Bier trinkt und einfach nur schwitzt macht das keinen Spaß mehr! Wir haben gehört, dass der Norden von Kolumbien noch einiges zu bieten hat, unter anderem schöne weiße Karibikstrände. Wir haben uns aber entschieden, uns so schnell wie möglich auf den Weg in die Berge und kühlere Temperaturen zu machen. Wir hatten genug von Sonne, Hitze und Meer (11 Tage auf dem Segelboot…). Wahrscheinlich schwer nachvollziehbar, oder?!

Unser nächstes Ziel war ein Motorradhändler in Medellin, wo wir ein paar Kleinigkeiten an unseren Motorrädern machen (lassen) wollten. Die Strecke nach Medellin war schon sehr schön und es ging das erste mal in die Anden in 1200m Höhe, wo das Klima viel angenehmer war. In Medellin waren wir dann erst mal etwas überfordert mit dem Straßenverkehr. Da werden aus 2-spurigen Straßen auf einmal 6 Spuren. Die Straßen haben teilweise große und tiefe Löcher, denen man aber nicht unbedingt ausweichen konnte, weil rechts und links ganz dicht kleine Moppeds an uns vorbeiflitzten. Die Autofahrer nehmen kein bisschen Rücksicht und wir mussten ziemlich oft stark bremsen, damit wir nicht umgefahren werden. Das war echt anstrengend, vor allem, weil wir an den Tag schon 9 Stunden auf unseren Motorrädern saßen. In dem Motorradladen „Ruta 40″ wurden wir sehr freundlich empfangen und in der Motorradwerkstadt „Moto Angel“ wurden uns unsere Motorräder abgenommen und es wurden Sachen gemacht, von denen wir gar nicht wussten, das man das machen kann. Wir durften quasi gar nicht helfen.

Letztendlich haben 4 Mechaniker von 11 Uhr bis fast 22 Uhr wie die Heinzelmännchen an unseren Moppeds gearbeitet, bezahlt haben wir aber nur die Ersatzteile, die erneuert wurden (wen’s interessiert, unter dem Link „Ausrüstung und Erfahrungen“ haben wir aufgelistet, was gemacht wurde!)!

Sonntags haben wir mit 10 Motorradfahrern eine sehr schöne Tagestour von Medellin aus gemacht. Die anderen Motorräder, die bei der Tour dabei waren, waren übrigens einige Freewind und einige BMWs. In Kolumbien sind fast genauso viele Moppeds wie Autos auf den Straßen unterwegs, allerdings meistens kleinere bis etwa 250ccm. Fast alle größeren Motorräder, die man hier sieht, sind Freewinds, die ich (Alex) auch fahre. Mit vielen Tipps für Kolumbien und einer guten Straßenkarte haben wir uns von Medellin verabschiedet und sind durch ein heißes Tal in das Gebiet nördlich von Bogotá gefahren. Schön in Kolumbien ist, dass Motorräder keine Straßengebühr zahlen müssen und an den Mautstationen rechts vorbeifahren dürfen. Sehr motorradfreundlich!

Unterwegs mussten wir uns auch erst mal an die vielen Straßenkontrollen von Polizei und Militär gewöhnen. Alle paar Kilometer stehen wieder mal teilweise minderjährige und schwer bewaffnete Uniformierte am Straßenrand, um für Sicherheit zu sorgen. Manchmal wurden wir angehalten und nach unseren Papieren gefragt, aber das war’s. Sie waren immer sehr freundlich und vor allem neugierig, was die Moppeds angeht. Wenn mal mehrere Kilometer keine Kontrolle war, war es fast schon etwas unheimlich.

Bei den Einheimischen und den Kontrollen haben wir immer nachgefragt, ob die Strecke, die wir fahren wollten auch sicher ist. Seit etwa 3 oder 4 Jahren hat Kolumbien einen neuen Präsidenten, der sich mit den Straßenkontrollen für eine höhere Sicherheit im Land einsetzt. Es gibt natürlich immer noch Regionen, in denen Guerillas oder Para-Militär regieren, vor allem in den weniger besiedelten Lagen der Anden und im Amazonasgebiet. (Dort waren wir natürlich nicht.) Viele Kolumbianer trauen sich immer noch nicht, bestimmte Strecken mit dem Auto zu fahren, sie fliegen lieber. Wir haben aber auch mit anderen Kolumbianern gesprochen, die selber mit dem Motorrad auch auf „unsicheren“ Straßen gefahren sind und das als Lotterie bezeichnen: es kann gut gehen oder man kann Pech haben. Wir haben uns für einen Mittelweg entschieden: mit einer gesunden Portion Respekt sind wir durchs Land gefahren und haben schon einiges der Schönheit mitbekommen können! Es hilft sicher auch, dass wir ein bisschen Spanisch sprechen und immer wieder nachfragen können, welche Strecken zur Zeit sicher sind und welche nicht.

Wir haben allerdings auch gehört, dass es wohl für US-Amerikaner teilweise riskanter ist, durch Kolumbien zu reisen, es kann ja immer mal sein, dass man auch in eine Straßenkontrolle von den Guerillas kommt. Die amerikanische Regierung unterstützt die kolumbianische Regierung bei der Bekämpfung von Kokain-Anbau und somit gegen Guerillas und die wesentlich brutaleren Para-Militär, da Kokain für diese Gruppen die Haupteinnahmequelle ist. Das wollen sich die Gruppen natürlich nicht gefallen lassen und lassen ihren Zorn an denen aus, die sich am wenigsten wehren können: den Bauern, die für die Gruppen das Kokain anbauen (müssen). Kolumbien, als 3.Welt Land, hat gar keine andere Wahl und muss das Geld annehmen. Für ein reiches Land wie die USA ist es natürlich leichter, dem ärmeren Land Geld zu geben und zu sagen „…macht mal…!“,als im eigenen Land gegen den Drogenimport und -missbrauch anzukämpfen. Die USA sind schließlich zusammen mit Europa die größten Abnehmer von Kokain…. Naja, das als kleiner Ausflug in die Politik…

Bogotá selber haben wir umfahren, da uns Medellin als große Stadt schon gereicht hat. Statt dessen sind wir in ein schönes koloniales Dorf, Villa de Leyva, 200km nördlich von Bogotá gefahren.

Nicht nur das Dorf war sehr schön, sondern auch die Natur drumherum! Von dort ging es nach Zipaquirá, wo wir uns eine sehr interessante Kathedrale, die in eine Salzmine gebaut ist, angeschaut haben. Auf der nächsten Etappe ging es an einem Tag von 500m über einen 3400m hohen Pass. Wurde ganz schön frisch da oben, aber die Natur, durch die wir gefahren sind, war einfach wieder unbeschreiblich schön!! Bei den Höhenunterschieden geht es hauptsächlich serpentinenmäßig hoch und runter, was mit den Moppeds super Spaß macht! Allerdings muss man immer höllisch aufpassen, weil in den Kurven ganz gerne mal Schlaglöcher sind und vor allem die entgegenkommenden Fahrzeuge ganz fies die Kurve schneiden! Unsere Fahrweise haben wir auch schon ganz schön dem lateinamerikanischen Stil angepasst! Aber uns bleibt auch nichts anderes übrig, wenn wir nicht mit durchschnittlich 20km/h den LKWs hinterher tuckern wollen.

Anschließend haben wir 4 Tage im „Valle de Cocora“ verbracht, ein in 2200m Höhe liegendes Tal – auch wieder super schön!! Alles ist saftig grün, mal weich gewellt, mal schroffe Felsen, mal waldig, mal Wiese und zwischendurch immer wieder etwa 50m hohe Wachspalmen, der Nationalbaum Kolumbiens. Wir haben eine Wanderung und einen Ausritt mit Pferden gemacht.

Einfach traumhaft die Gegend! Und es ist wirklich faszinierend, was dort in 3000m Höhe alles wächst: Geranien, Vergiss-Mein-Nicht, Margeriten… In Europa gibt es in dieser Höhe nur Eis und Schnee!

Nach dem Tal sind wir nach Popayan gefahren, eine wieder schöne koloniale Stadt, in der wir aber nur eine Nacht waren, weil wir einfach keine Lust auf Städte hatten. Statt dessen sind wir in einen kleinen Ort, Silvia, gefahren, in dem noch viele Indios dieser Gegend, die Guambianos, leben. Bei den Guambianos tragen Männer wie Frauen Röcke, einen Umhang und einen – meist schwarzen – Hut. Das sieht irgendwie süß aus, wenn sie damit auf dem Mopped an einem vorbeifahren!

Von Silvia aus ging es nach Pasto, wo wir uns mit Camilo getroffen haben. Camilo ist in unserem Alter und fährt auch selber eine Freewind. Außer einem Ausflug zu einer einer schönen Lagune haben wir nicht wirklich viel gemacht in Pasto. Wir haben Sachen erledigt, die mal wieder sein mussten, wie z.B. (Wäsche) waschen, Fotos brennen, Henno hat seine Bewerbung fürs Referendariat ausgefüllt (zwischendurch müssen wir ja auch mal an den Ernst des Lebens denken) und ich war beim Zahnarzt, der allerdings meinte, es bestehe keine zwingende Notwendigkeit, dass die Weisheitszähne sofort raus müssen. Der Abschied von Camilo und seiner Familie war mal wieder nicht leicht. Das ist das Traurige am Reisen, dass man immer wieder von neugewonnenen Freunden Abschied nehmen muss. Aber es muss ja nicht für immer sein!!

Von Pasto aus waren es nur noch 90km bis zur Grenze nach Ecuador. Unterwegs haben wir noch einen kleinen Abstecher zu einer über einer Schlucht gebauten Kirche, Las Lajas, gemacht. Sehr beeindruckend!

Es macht immer Spaß, in den verschiedenen Ländern, die typischen Speisen und Getränke zu probieren! In Kolumbien wird sehr viel Kaffe getrunken (Kolumbien ist nach Brasilien größter Kaffeeproduzent), egal zu welcher Tageszeit. Also auch abends vor dem Schlafengehen. Henno ist total begeistert von „Comida Corriente“. Dieses Mittagessen besteht aus einer kräftigen Suppe mit Gemüse und Fleisch und nachher einem Teller mit Reis, Kochbanane, Fleisch und verschiedenem Gemüse. Das ganze kostet umgerechnet ca. 1,50€. Ich bin eher ein Fan von dem riesigen Angebot an Obst. Neben der „üblichen“ Auswahl wie Bananen, Papaya, Maracuja, Ananas gibt es Lulo, Guanábana, Baumtomate, Feijoa, Guayaba, Lispero,….sooo lecker!! Wenn man dann für 1kg Bananen 20 Eurocent bezahlt, kann man sich auch nicht gerade beschweren. In den heißeren Gegenden gibt es überall „Jugos naturales“. Eine Frucht nach Wahl kommt mit Milch oder Wasser in den Mixer. Sehr lecker und erfrischend. In den kälteren Gegenden wird viel „Agua de Panela“ getrunken. Dafür wird ein Stück gepresster Rohrzucker in kochendem Wasser aufgelöst. Super süß, aber genauso lecker! Dazu gibt es immer ein Stück Käse. In der Gegend um Pasto zählen dann auch noch Meerschweinchen am Spieß zu den Delikatessen, die wir allerdings (noch) nicht probiert haben.

Übrigens ist Kolumbien das erste Land in Lateinamerika, wo der Einfluss der nordamerikanischen Restaurantketten (McDonalds, KFC, Burger King,…) so gut wie gar nicht vorhanden ist. Sehr sympathisch!

Die Menschen in Kolumbien sind – zu recht!!! – sehr stolz auf ihr schönes Land. Aber aufgrund der kriegsreichen Geschichte gibt es keinen wirklichen Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung. Uns gegenüber waren die Menschen immer sehr freundlich, hilfsbereit und offen. Mehr oder anders als in den Ländern, durch die wir bisher gereist sind. Wir haben bisher ja durchweg gute Erfahrungen mit den Einheimischen gemacht, aber die Kolumbianer waren unheimlich herzlich und vor allem neugierig! Vielleicht liegt es daran, dass die Menschen noch nicht vom Massentourismus „versaut“ sind. Die Guatemalteken z.B. waren auch sehr freundlich, aber die Menschen dort haben gelernt, mit dem Tourismus Geld zu machen. Das ist schon ein Unterschied. Wir sind sehr häufig von den Kolumbianern gefragt worden, ob uns ihr Land gefällt und ob es so ist, wie wir es erwartet hatten. Den Menschen hier sehr wichtig, dass wir einen positiven Eindruck von ihrem Land haben und sehen, dass hier kein Dauerkrieg mit Massenentführungen herrscht. Wir werden zwar immer wieder vor Diebstählen gewarnt und sollen unsere Motorräder NIE unbeaufsichtigt stehen lassen (seit Mexiko ist das allerdings schon so), aber Diebstähle oder Taschendiebe gibt es in allen großen Städten – auch in Deutschland. Etwas unheimlich ist es allerdings schon, wenn wir in einer kleineren Stadt ankommen und auf einmal 20 Menschen um uns rumstehen und uns und die Moppeds bestaunen.

Am meisten interessiert die Leute wie schnell unsere Moppeds fahren, wie viel Gänge sie haben und was sie kosten. Wir machen sie immer etwas billiger, aber ob sie jetzt 2800€ oder 1500€ kosten – beides ist einfach „mucho“ für die meisten hier.

Einige wissen auch „gut Bescheid“ über die Moppeds und erzählen uns, dass die BMW von Henno ein Automatikgetriebe hat, weil sie ja auch keine Kette hat. Außerdem kommt BMW aus England…?!

Wir haben allerdings auch eine weniger schöne Erfahrung – ganz anderer Art – in Kolumbien gemacht: als wir durch einen Ort gefahren sind, lag mitten auf der Straße ein Hund, was an sich nichts ungewöhnliches ist. Als wir näher kamen, haben wir gesehen, dass der Hund wohl gerade von einem Auto erwischt worden war. Der Kopf war plattgefahren, während der restliche Körper noch zuckte als versuchte er, aufzustehen… ein paar Kilometer später habe ich gemerkt, dass ich total verkrampft auf dem Motorrad saß und die Umgebung um mich rum gar nicht mehr wahrgenommen hatte. Henno ging es ähnlich. Es ist schon was anderes, ob man einen toten Hund am Straßenrand liegen sieht oder so! Aber im Grunde sind die Hunde es selber Schuld! Wie oft mussten wir schon wegen Hunden ausweichen oder bremsen?! Die kümmern sich kein Stück um den Straßenverkehr!

Die 30 Tage, die wir in Kolumbien hatten waren definitiv zu wenig; wir hätten leicht noch einige Wochen dranhängen können! Wir waren total begeistert von der Vielfältigkeit der schönen Natur! Es gibt eigentlich alles hier: Meer (Karibik und Pazifik), Berge, Schnee und Gletscher, Wiesen, Wälder, Canyons, Amazonasgebiet, Wüste,…. Leider haben wir nur einen Bruchteil davon gesehen und wegen Guerillas und Para-Militär ist nicht alles zugänglich, aber wir sind wirklich froh, dass wir uns trotz vorheriger Zweifel dazu entschieden haben, auch durch Kolumbien zu fahren! Auch die Herzlichkeit der Menschen hat es uns total angetan. Egal, wo wir waren, die Menschen haben uns mit offenen Armen empfangen und wenn wir abgereist sind hatten wir sehr oft das Gefühl, wir müssten uns von langjährigen Freunden verabschieden. Wir wurden gar nicht weggelassen, ohne dass uns noch ein „viel Glück“ und Gottes Segen mit auf den Weg geschickt wurde. Schon sehr rührend!

Der Grenzübergang nach Ecuador am 8.Juli 2005 war mal wieder unkompliziert, auch wenn alles etwas gedauert hat, da wir dummerweise in der Mittagspause an der Grenze ankamen und die zuständigen Leute gerade Essen waren. Na ja, dafür mussten wir für Ecuador, genau wie für Kolumbien, keine Einreisegebühr zahlen. An der Grenze haben wir auch wieder Heiko, einen der anderen deutschen Moppedfahrer getroffen, der uns auch in Kolumbien mehrmals über den weg gelaufen ist.

Wir haben uns kurz hinter der Grenze den sehr schönen Markt in Otavalo angeguckt. Wir waren total begeistert von den knallbunten Ständen mit Obst und Handarbeiten, die uns sehr an Guatemala erinnert haben.

Interessant, aber weniger schön war der Tiermarkt, auf dem kleine Ferkelchen unter schreiendem Protest für 25-30 US$ von den dort lebenden Indios verkauft wurden.

Etwas geschockt waren wir von den Massen Touristen, die auch auf dem Markt waren. Das war schon schön in Kolumbien, wo es ausländische Touristen eigentlich nur in Cartagena und Bogotá gab. Aber wir werden uns wohl wieder daran gewöhnen müssen, mit der „Masse“ zu reisen. Obwohl wir ja noch den Vorteil haben, dass wir nicht auf Busse angewiesen sind.

Otavalo liegt etwa 2500m hoch und da wir in den nächsten Wochen nicht so schnell wieder weiter runter kommen werden, ist das ganz gut zum akklimatisieren! Als nächstes geht es über den Äquator nach Quito und dann auf der Südhalbkugel langsam weiter Richtung Süden….

So, ihr hattet jetzt mal wieder genug zum Lesen! Viele liebe Grüße, diesmal etwas „traditioneller“ aus Ecuador.

Eure Henno und Alex
Quito – Chachapoyas, Peru, 30.7.2005

Vom Touristenstrom in Otavalo sind wir über den Äquator nach Quito gefahren – allerdings haben wir vom Kreuzen des Äquators nichts mitbekommen. Es war weder eine Linie auf dem Boden noch stand ein Schild am Straßenrand. Also verlief unsere Reise auf die Südhalbkugel wenig spektakulär ab. In Quito waren wir einige Tage und haben es uns etwas außerhalb des Zentrums bei Ricardo gut gehen lassen. Er ist selber Motorradfahrer und war schon mehrmals in Südamerika unterwegs, konnte uns also einige gute Tipps mit auf den Weg geben. (Wer selber mit Motorrad durch Quito fährt, schaut mal vorbei: http://www.andesmoto-tours.com). Über ihn haben wir auch Camilo kennen gelernt, mit dem wir einen Tag ein Endurotraining auf einem wüstenähnlichen Sand- und Gestrüppfeld gemacht haben. Erst haben wir mit einer 350ccm Montesa (chinesische Enduro) aus dem Jahr 1981 geübt. Da sie viel leichter ist als unsere Moppeds und viel schneller auf dem Sandboden reagiert hat, war es echt gut zum üben. Mit unseren eigenen Motorrädern kam uns das Fahren auf dem Sand nachher viel einfacher vor, aber das war ja auch der Sinn der Sache! Es hat echt Spaß gemacht und war ziemlich schweißtreibend!

Wenn man in Ecuador ist, muss man natürlich auch zum Äquator! Also haben wir einen Tagesausflug zur „Mitad del Mundo“ gemacht, einem Monument, das den Erdmittelpunkt – wie ihn die Menschen damals berechnet haben – darstellen soll. Am Eingang haben wir gesagt, dass wir für eine Zeitung in Deutschland schreiben, weswegen wir dann sogar mit unseren Moppeds bis zum Monument vorfahren und Fotos schießen durften!

Viel interessanter als das Monument war allerdings das Museum, dass am wirklichen Äquator, also dem Breitengrad 0°0’0“, liegt, der mit dem GPS berechnet wurde.

Da sich die Menschen damals um einige Meter verrechnet haben, steht das Monument um ein paar Meter zu weit im Süden. Auf dem richtigen 0. Breitengrad wurden dann in Experimenten die Dinge nachgewiesen, die ja „allgemein“ bekannt sind, wie z.B. dass das Wasser auf der Nordhalbkugel gegen, auf der Südhalbkugel mit dem Uhrzeigersinn und auf dem Äquator gerade abfließt! Und dadurch, dass die Erdanziehungskraft am Äquator geringer ist, haben wir es geschafft, ein rohes Ei auf einen Nagelkopf zu stellen!

Von Quito aus haben wir auch einen sehr schönen Tagesausflug auf den Vulkan Cotopaxi gemacht. Über Schotter ging es zunächst durch Wälder, dann über eine Hochebene und weiter durch Tundra-ähnliche Landschaft hoch bis auf 4500m, wo wir unseren Moppeds eine wohlverdiente Pause gegönnt haben. Danach sind wir zu Fuß weiter bis zu einem Refugium auf ca. 4800m gewandert – und waren im Schnee!

War alles in der Tat atem(be)raubend, aber wir haben es sehr genossen, noch einmal in den Bergen und der Natur zu sein!!! Auf dem Rückweg zu Ricardo sind wir in einen super-heftigen Regenschauer gekommen – unsere Regenkombis hatten wir dummerweise zusammen mit dem Gepäck da gelassen – und waren wirklich bis auf die Haut durchnässt und haben tierisch gefroren! In solchen Momenten wünscht man sich doch, dass man gleich zu Hause ist und sich mit einem heißen Kakao (mit Baileys) in die Badewanne legen kann….

Von der Hauptstadt Quito selber haben wir nicht viel gesehen. Wir waren zwar 2 mal in der Stadt, um uns mit Simeon und Nadine, Freunden aus Deutschland zu treffen, aber das blieb eher bei Treffen im Cafe…

Nachdem wir uns von Quito verabschiedet haben, sind wir nach Baños gefahren, eine Stadt mit natürlichen heißen Quellen, die sehr schön sein sollte. Wir waren allerdings etwas enttäuscht: zu viele Touristen, die Thermalbäder waren total überfüllt und bei unserer Tageswanderung hat es ununterbrochen geregnet, sodass wir nur Wolken anstelle von Vulkanen gesehen haben. Also sind wir flott weiter zum nächsten Touri-Highlight, nach Alausí. Von dort aus kann man auf dem Dach eines Zuges eine der anspruchvollsten Zugstrecken der Welt miterleben, um die „Nariz del Diabolo“ (Teufelsnase)!

Mit hunderten anderen Touris saßen wir auf dem Dach und sind langsam in engen Serpentinen den Berg runter gefahren. War auch mal entspannend, sich die Landschaft anzuschauen, ohne auf den Straßenverkehr achten zu müssen.

Entlang der wirklich schönen Panamericana mit wenig Verkehr und teilweise ohne festen Asphalt sind wir dann weiter in den Süden gefahren. Unser nächstes Ziel war Vilcabamba, wo angeblich die Einheimischen noch mit 120 Jahren auf dem Feld stehen und arbeiten. Wir haben allerdings keine so alten Menschen gesehen, fanden es aber trotzdem nett, dort mal etwas auszuspannen und eine schöne – und nicht gerade ungefährliche – Gratwanderung zu machen.

In Vilcabamba haben wir von der traurigen Nachricht gehört, dass einer unserer Freunde in Medellin (Kolumbien), Camilo, der uns dort auch sehr geholfen hat, bei einem Motorradrennen ums Leben gekommen ist. Das hat uns schon sehr traurig und vor allem nachdenklich gemacht…!

Vilcabamba liegt schon auf dem Weg zu einem kleinen, neuen (ca. 4 Jahre alten) Grenzübergang nach Peru. Die Strecke südlich von Vilcabamba war eine erst mal recht gute Schotterpiste durch – je nach Höhe – Regen- oder Nebelwald.

Die Natur war mal wieder super schön, auch wenn man im Nebelwald leider keine gute Weitsicht hat, wegen dem Nebel eben. So nach und nach wurde die Strecke aber immer schlechter und es ging über Kies, Sand, Steine und kleine Flüsse bergauf und bergab. Mehrmals war der Weg durch einen Erdrutsch unterbrochen und wir mussten durch Wasser und/oder Schlammlachen fahren. Der Motorschutz wurde auch mehrmals einem Test unterzogen, hat aber bestanden… Damit es zwischendurch nicht so langweilig wurde, stand immer mal wieder ein Hund oder Esel im Weg und hat uns mit großen Augen angestarrt. Die Strecke war schon ein bisschen so, wie „man“ sie sich in Südamerika vorstellt. Es hat auch Spaß gemacht, aber es war super anstrengend und wir haben für die 140km von Vilcabamba bis zur Grenze gut 7-8 Stunden gebraucht!

Als wir am 25.7.2005 mittags an der Grenze ankamen, waren wir die ersten Grenzüberquerer an dem Tag und im Monat Juli Nummer 10 und 11, die mit Fahrzeug die Grenze passierten. Die meisten sind hier zu Fuß oder mit Esel oder Pferd unterwegs. Es lief aber alles problemlos (und gebührenfrei) ab, auch, wenn die Zollbeamten immer wieder nachlesen mussten, was sie eigentlich machen, unterschreiben und stempeln müssen. Die Piste ging in Peru ähnlich weiter, wie sie in Ecuador geendet hat, nur etwas steiniger und mit vielen Schlaglöchern. Am Straßenrand standen viele Lehmhütten, vor denen Menschen saßen und uns „Gringo“ hinterhergerufen haben. Ursprünglich kommt der Ausdruck „Gringo“ von „green go“, was die Mexikaner den US Amis hinterhergerufen haben, als sie das amerikanische Militär aus ihrem Land haben wollten. Es ist also auf keinen Fall ein nettes Wort. Je nach Bildungsstand bezeichnen die Menschen in Latein Amerika aber einfach nur alle Ausländer oder Weißen als Gringos, ob sie es dabei immer böse meinen oder nicht, wissen wir auch nicht. Trotzdem hören wir es überhaupt nicht gerne! Wenn es als Beleidigung gilt sowieso nicht und für Amis wollen wir ja schließlich auch nicht gehalten werden!!

Wenn wir an den armen Menschen, die in den Lehmhütten wohnen, vorbeifahren und freundlich winken, erleben wir oft, dass Erwachsene und auch Kinder gar nicht zurückwinken, sondern nur böse gucken. Wir haben keine Ahnung, was dann in ihren Köpfen vorgeht! Aber die meisten lächeln und winken doch auch freundlich zurück.

Bei den Hunden, die uns unterwegs begegnen, wissen wir auch nie so genau, ob sie knurrend und bellend (und beißend?) auf die Moppeds zustürmen, wenn wir vorbeifahren oder müde liegen bleiben. Die Hunde scheinen seit Ecuador wesentlich aggressiver zu sein. Wenn sie kläffend auf uns zugelaufen kommen, erschrecken wir uns auf jeden Fall immer und wissen nicht, ob wir Gas geben oder bremsen sollen. Aus Reflex gehen wir meistens vom Gas und sobald wir langsamer werden oder anhalten, kriegen die Hunde Schiss und rennen weg. Bis jetzt hatten wir Glück und sind zumindest noch nicht gebissen worden.

In Peru haben uns alle entgegenkommenden Autos mit Lichthupe angeblinkt und uns wurde später erklärt, dass wir ja unser Licht anhaben. Eine Angewohnheit, die wir aus Deutschland behalten haben. Aber wenn wir so alle Autofahrer auf uns aufmerksam machen, hat es ja seinen Zweck erfüllt! In einem Städtchen wurden wir auch gefragt, warum wir denn einen Helm hätten. Als wir ihnen erklärt haben, dass das wegen der Sicherheit ist, fanden sie das einleuchtend, wegen der ganzen Fliegen, die man ja sonst immer ins Gesicht bekommen würde…

In dem ersten Ort, in dem wir in Peru übernachtet haben, in San Ignacio, sind wir sehr nett von den Dorfkindern empfangen worden, die um die Moppeds rumstanden und uns Löcher in den Bauch gefragt haben.

Ein alter Mann kam an und hat uns eine halbe Bananenstaude geschenkt. Da der erste Eindruck, den man von einem Land gewinnt, meist eine bleibende Erinnerung ist, ist so ein Empfang natürlich total schön! Nachdem sich das halbe Dorf Gedanken gemacht hat, wo wir denn unser Zelt aufstellen könnten, haben wir auch einen netten Platz gezeigt bekommen. Die beiden Jungs, die uns die ganze Zeit begleitet haben, haben auch jedem gesagt, ob er es hören wollte oder nicht, dass wir „Alemanes“ (Deutsche) sind und keine „Gringos“. Leider hat es dann die ganze Nacht durchgeregnet und wir hatten Besuch von einer handtellergroßen Spinne, dicken Käfer, die übers Zeltdach tapsten und vielen Schnecken. Das Schöne am Zelten ist aber, dass alles Getiers draußen bleibt!!

Na ja, am nächsten Tag ging es dann weiter über die Piste, die mehr aus Schlaglöchern als allem anderen bestand. Nach 3 Tagen wurde es echt nervig mit 15-20km/h um die Löcher zu balancieren und irgendwann fragt man sich immer öfter, WARUM man sich das eigentlich antut!? …als wie eine Fata Morgana eine neu asphaltierte Straße vor uns auftauchte!!! Leider war die Straße nur einige Kilometer richtig gut, aber immerhin. Obwohl es jetzt erst wieder richtig spannend wird und wir in Gegenden kommen, auf die wir uns schon länger freuen, werden wir (ok, besonders ich) doch zwischendurch etwas reisemüde. Es ist zwar meistens wirklich traumhaft, was wir erleben und sehen, aber es ist doch auch anstrengend, jeden Tag Neues zu erleben und jeden Tag neue fremde Menschen um sich rum zu haben. Und ein Jahr ohne Familie und Freunde zu sein fällt vor allem mir (Alex) immer schwerer!! Mal schauen, was die nächsten Wochen bringen…

Unser nächstes Ziel war Chachapoyas, wohin wir durch einen super schönen Canyon gefahren sind.

Hier in Chachachpoyas haben wir uns mit unseren Freunden Freddi und Daniela aus Kölle getroffen, mit denen wir in den nächsten 2 Wochen Peru unsicher machen werden. 😉

So, dafür dass ihr vor kurzem erst was zu lesen hattet, haben wir schon wieder ne ganze Menge geschrieben!

Viele liebe Grüße aus Peru und lasst es euch gut gehen!

Eure Henno und Alex
Chachapoyas – Huaraz – Lima – Arequipa – Cusco; 9.9.2005

Es ist zwar erst 4 Wochen her, seit wir wieder alleine unterwegs sind, aber es kommt uns schon wieder wie eine Ewigkeit vor! Nachdem wir die ersten Tage mit Freddi und Daniela, unserem Besuch aus Köln, etwas faul verbracht hatten, haben wir die Gegend in den Nordanden von Peru ein bisschen erkundet und sind in kleinen Etappen weiter gereist. Freddi und Daniela sind immer mit Bus oder Colectivo (eine Art Minibus) gefahren und wir mit unseren Moppeds. Das Treffen an einem ausgemachten Punkt hat dann auch fast immer gut geklappt. In der Gegend von Chachapoyas haben wir einige Touren gemacht und die Prä-Inka Ruinen Kuelap besucht, die recht groß und beeindruckend sind und vor allem viel erahnen lassen, weil ein großer Teil noch von Pflanzen zugewuchert ist. Dadurch, dass diese Ruinen nicht so leicht zugänglich sind, trifft man auch nicht so viele andere Touristen, was das ganze noch uriger erscheinen lässt!

Eine Tagesetappe weiter haben wir in Leymebamba ein archäologisches Museum besucht, das unter den „üblichen“ Sachen wie Töpfe und Waffen usw. aus der Inkazeit sehr gut erhaltene Mumien ausgestellt hat, die uns echt fasziniert haben.

Fast alle Mumien waren in einer fetalen Position, da die Menschen an die Wiedergeburt glaubten und diese ihrer Meinung nach so vereinfacht wurde. Insgesamt wurden in der Gegend dort über 300 Mumien gefunden und man findet in abgelegeneren Bereichen immer noch Knochen in Höhlen liegend…

Die Strecke von Chachapoyas bis in die nächste größere Stadt, Cajamarca, war landschaftlich wieder traumhaft schön mit Schluchten, Bergen, Wasserfällen, Wüste… es ging von 3700m runter in eine wüstenähnliche Landschaft auf 900m und wieder hoch auf über 3000m. Die „Straße“ war allerdings weniger schön: Steine, Sand, unübersichtliche Kurven und Busse und LKWs haben es uns schwer gemacht, die schöne Aussicht zu genießen. Ich habe unter meinem Helm geflucht wie sonst was und selbst Henno, der sonst alles positiv sieht, fand die Strecke nervig. Wie durch ein Wunder hatten wir keine Reifenpanne und auch sonst haben die Moppeds alles gut mitgemacht. Nachdem wir die 260km in ca. 15 Stunden an 2 Tagen hinter uns gebracht hatten, haben wir uns in Cajamarca, das für seine Milchprodukte bekannt ist, ein großes verdientes Eis gegönnt! Die beiden anderen Motorradfahrer, die mit uns von Mittel- nach Südamerika gesegelt sind, sind die gleiche Strecke gefahren. Roland (und Thea) hatten einen kleinen Unfall und Heiko hatte 2 Platte und ein kaputtes Federbein…

Auch in Cajamarca haben wir wieder etwas Kultur gemacht und uns Inka-Grabstätten angeguckt. Eigentlich auch sehr interessant, aber da wir alle keine Hobbyarchäologen sind, wissen wir das nicht wirklich zu schätzen. In Cajamarca hatten wir auch ein sehr „nettes“ Hotelzimmer: ein gefliester, weiß gestrichener Raum ohne Fenster mit einem Doppelbett; mehr nicht. Bad und Klo auf dem Flur haben wir mit 9 anderen Zimmern geteilt. Da für beides nur eine Glühbirne da war, mussten wir die nach Bedarf wechseln. An einem Tag gab es in der ganzen Stadt kein Wasser und das Hotel hatte keinen Wassertank. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie so ein von etwa 12 Personen benutztes Klo nach 20 Stunden ohne Wasser aussah und roch…?!

Unser nächster Treffpunkt mit Freddi und Daniela war 2 Tage später in Huaraz, in der Cordillera Blanca, einer Bergkette in den peruanischen Zentralanden. Dafür mussten wir erst mal aus den nördlichen Anden Perus runter an die Küste auf die Panamerikana – das erste mal eine richtige Straße in Peru!! Je näher wir der Küste kamen, desto diesiger, kälter und ungemütlicher wurde es. Ein Zustand, der in dieser Region von April bis Dezember wegen der Temperaturunterschiede zwischen kaltem Humboldtstrom im Meer und dem heißem Wüstenklima des Landesinneren normal ist. Die sehr gut ausgebaute Panamerikana ging durch eine ziemlich bizarre Wüstenlandschaft mit Sanddünen und erdigen Hügeln. Der durch den Wind über den Boden fegende Sand und der Dunst haben das ganze recht gespenstisch wirken lassen! Durch Bewässerungsanlagen wurde in einem Teil der Wüste Zuckerrohr und Wein angepflanzt. Das Grün der Pflanzen war ein absoluter Kontrast zu der Wüstenlandschaft! Südlich von Trujillo, einer Stadt am Meer, die auf uns einfach nur grau und staubig gewirkt hat, ging es für ein kleines Trinkgeld für den Wachmann, über eine private Straße (100km Abkürzung) in die Bergkette der Cordillera Blanca. Das erste Stück ging weiter durch diese unwirkliche Wüstenlandschaft, diesmal ohne anderen Verkehr auf einer angenehmen Schotterpiste.

Je weiter wir von der Küste wegkamen, desto klarer wurde die Luft auch wieder. Als wir wieder die öffentliche Straße erreicht hatten, wurde die Strecke wieder schlechter: Steine, Sand, Schotter,… Man sollte meinen, dass wir uns langsam dran gewöhnt hätten, aber es ist doch immer anstrengend und man muss sich die ganze Zeit konzentrieren, damit man nicht wegrutscht, in einem Loch in der Piste verschwindet, an einem Felsen hängen bleibt oder in der Schlucht landet, die direkt neben der Straße in die Tiefe geht. Auch, wenn die Strecke wieder mal nervig war, die Aussicht war echt klasse, vor allem als wir das erste Mal Blick auf einen der schneebedeckten über 6000m hohen Gipfel hatten!!

In Huaraz haben wir vier eine etwa 8 Stunden lange Reittour durch die Berge gemacht.

Es war sehr schön, aber trotz der schönen Aussicht, haben uns die Hintern nach ein paar Stunden auf den armen Pferden doch gut wehgetan!

Eine Nacht haben Henno und Freddi in der Natur in 3800m Höhe und bei Minusgraden verbracht, während wir 2 Mädels uns einen schönen Weinabend gemacht haben. Am nächsten Morgen wollten wir die Jungs dort besuchen und unser Taxi hat uns nach einem Motorschaden und einem Platten letztendlich auch dort hingebracht. Wirklich eine Bilderbuchgegend, mit türkisfarbenen Bergbächen und Lagunen, im Hintergrund Berge mit Schnee und Gletscher. Leider war unsere Digicam kaputt, sodass ihr auf die Diashow warten müsst, um Bilder davon zu sehen! Nachdem wir uns noch 2 Tage in Huaraz und vor allem auf dem riesigen und bunten Markt umgeschaut haben, haben wir Daniela und Freddi auch schon wieder zum Bus begleitet, der sie zum Flughafen gebracht hat.

Also „mussten“ Henno und ich alleine weiter. So ganz trennen konnten wir uns von den Bergen allerdings noch nicht. An einem Tag sind wir mal wieder eine richtig miese Strecke, die mit den ganzen Steinen und dem Sand eher ein trockenes Flussbett als eine „Straße“ war, mit den Moppeds auf einen 4890m hohen Pass, dem Punto Olimpica, gefahren. Wir waren echt froh, dass wir ohne Gepäck gefahren sind! Oben angekommen waren wir etwas enttäuscht, dass wir immer noch nicht hoch genug waren, um Schnee oder Gletscher anfassen zu können! Verrückt, oder?!

Eine andere Tagestour ging in eine super schöne Landschaft mit Lagunen, warmen sprudelnden Quellen und sehr interessanten bis zu 4m hohen Pflanzen, den „Puya-Raimondis“.

Die Pflanzen werden 60-100 Jahre alt bis sie blühen, wonach sie auch schon wieder eingehen. Am Ende ging es mal wieder auf etwa 5000m hoch, aber die Schneegrenze lag immer noch 200m höher. Die Moppeds haben sich in der Höhe übrigens richtig gut geschlagen und sich tapfer dort hoch gearbeitet!

Nachdem Henno einen Tag „krank“ gefeiert hat wegen Verdauungsproblemen (wahrscheinlich war das Bier zu kalt oder so…) haben wir uns dann nach fast 2 Wochen in der wirklich traumhaft schönen Gegend wieder auf den Weg gemacht.

Je näher wir an die Küste kamen, desto dichter wurde auch wieder dieser uselige Dunst und es war wesentlich kälter als in 3000m Höhe! Lima wollten wir eigentlich meiden, aber da das hintere Federbein von der BMW etwas Öl geschwitzt hat, haben wir uns entschlossen, in Lima mal danach gucken zu lassen. Die Einfahrt nach Lima war wieder mal geprägt von krassen Gegensätzen. Von Lehm- und Wellblechhütten, die in die Wüste gebaut sind, bis hin zu verspiegelten Hochhausfasseden ist innerhalb weniger Kilometer alles dabei!

Der Motorradhändler konnte uns dort allerdings nicht weiterhelfen und wir haben das erst mal auf Cuzco verschoben. Da es schon spät war, wollten wir die eine Nacht doch in Lima verbringen und haben zum Glück auch ein sehr nettes Hostal im Touriviertel Miraflores gefunden. (Übrigens sehr gut auch für die Moppedfahrer unter euch, da es mit kleinem Parkplatz direkt vor der Tür ist, http://www.lacasanostraperu.com.).

Aus der einen Nacht wurden aber letztendlich 8 Nächte, was vor allem daran lag, dass unsere Reifen, die wir von Heidenau nach Ica (300km südlich von Lima) geschickt bekommen sollten, seit 3 Wochen in Lima im Zoll fest hingen. Irgendwie hat UPS das nicht auf die Reihe bekommen, so dass wir mehrere Tage lang mit UPS in Lima telefoniert haben, um rauszufinden, was überhaupt das Problem war. Gleichzeitig hatte Heidenau Kontakt mit UPS in Deutschland und versuchte, von dort aus zu helfen. Nach 3 Tagen hat UPS in Lima uns mitgeteilt, dass sie eine Rechnung vom Absender (Heidenau) übersetzt haben müssten. Sie haben uns diese Rechnung gefaxt und wir mussten 6 Wörter aus dem Englischen (!!) ins Spanische übersetzen. Und wir dachten immer, UPS sei eine internationale Firma?! Aber irgendwie hat das auch nicht gereicht, so dass wir persönlich bei UPS in Lima vorbeigeschaut haben (wo wir übrigens in fließendem Englisch begrüßt wurden…). Letztendlich konnten wir unsere Reifen gegen eine Zollgebühr von ca. 120€ und 20€ Lagergebühren (unverschämt, da es ja die Schuld von UPS war!!!) befreien. Den Hinterreifen haben wir auch gleich in Lima wechseln lassen, der Vorderreifen ist nach etwa 16tkm immer noch so gut, dass wir den neuen erst mal hinten drauf schnallen werden. Bei dem ganzen Rumtelefonieren hat uns zum Glück Joaquín, der Besitzer des Hostals SEHR geholfen! Der konnte in unserem Namen seinen Ärger bei UPS gut auf Spanisch auslassen.

Wirklich viel gesehen vom dauerdunstigen Lima haben wir nicht, aber wir haben uns natürlich direkt beim für uns ersten McDonalds seit Costa Rica ein „kulinarisches“ Mahl gegönnt. Dabei ist McDonalds in Lateinamerika etwa 4 mal so teuer wie ein einheimisches Menü, von dem wir beide gut satt werden! Sehr verführerisch sind auch die ganzen „Pastelerias“ (Konditoreien), mit ihren vielen süßen Leckereien, die man einfach probieren MUSS!! Sooo lecker! Lima ist wie jede andere Großstadt bisher sehr westlich; zumindest in dem touristischen und wohlhabenderen Viertel, in dem wir waren. Einerseits ist es nervig, so viele Touristen zu sehen und immer auf englisch angequatscht zu werden, andererseits ist es zwischendurch ganz angenehm, „vertraute“, also westliche Sachen zu sehen, damit der Kopf mal Zeit hat, die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten. In den weniger touristischen Orten fallen wir dafür wesentlich mehr auf. In einem kleinen Ort saßen wir im Restaurant, als ein Familienvater direkt neben uns zu seinem Sohn sagte „mira, un gringo!“ („guck mal, ein Weißer!“) und dabei ganz offen auf Henno zeigte. Wir haben einfach nur gelacht und mit uns auch andere Einheimische im Restaurant. Schon komisch, wenn einen die Menschen oft anstarren als hätte man ne Clownsnase auf! Dabei sehen wir doch so normal aus!?! In solchen Orten können sich die Menschen auch gar nicht vorstellen, dass es mehr Sprachen als Spanisch, Quechua (traditionelle Muttersprache, vor allem in den Anden) und vielleicht noch Englisch gibt. Die einfacheren Menschen sind auch immer schwer beeindruckt, wenn wir ihnen sagen, dass wir schon seit Kanada mit den Moppeds unterwegs sind. Wenn wir dann aber sagen, dass wir auch in eine etwa 100km entfernte Stadt mit den Motorrädern fahren, kriegen sie vor Staunen den Mund nicht mehr zu. Diese Distanz liegt eher innerhalb ihrer Vorstellungskraft als die Strecke Kanada – Südamerika.

Von Lima aus ging es eine Tagesetappe weiter durch die Wüste über die Autobahn Panamerikana nach Ica. Hier haben wir in einem Hotel 2 Nächte von Freunden, die wir auf der Baja California kennen gelernt haben (Brigitte und Hartmut), spendiert bekommen. Da Maria, die Besitzerin des Hotels, wusste, dass wir kommen, wurden wir auch schon herzlich erwartet. Ein Gefühl, dass wir so schon sehr lange nicht mehr hatten!!

In der Nähe von Ica haben wir eine mit Palmen und leider auch Hotels und Restaurants umgebene Oase mit umliegenden Dünen besucht. Nachdem wir uns die Dünen bei etwa 50°C hochgeackert hatten, hatten wir von oben eine super Aussicht auf die umliegende Sandwüste. Schon beeindruckend!! Runter ging es dann mit einem geliehenen Sandboard – mal eine ganz neue Sportart. War auch sehr spaßig, nur wenn man hingefallen ist, hat man sich gut die Hände im Sand verbrannt!!

Südlich von Ica haben wir uns die Nasca Linien angeguckt. Das sind 30 Tiere oder Symbole, bis zu 200m lang, die vor etwa 2500 Jahren, also noch vor der Inkazeit, in den Wüstenboden „gezeichnet“ wurden. Die bekannteste Theorie einer deutschen Mathematikerin (Maria Reiche) ist, dass die Symbole astrologische Bedeutung hatten und eine Art Kalender darstellten. Wir haben uns ein paar der Figuren nur von einem Aussichtspunkt angeguckt und uns den Flug über das gesamte Gebiet gespart. Schon faszinierend, dass diese 5cm tiefen Linien nach so vielen Jahren immer noch existieren!

Die nächsten 2 Tagesetappen ging es weiter über die Panamerikana, dabei meistens an der kalten, dunstigen und windigen Küste entlang. Es wurde so frisch, dass wir das erste mal seit Mexiko das Innenfutter unserer Moppedklamotten angezogen haben! Weg von der Küste wurde es für etwa 30km richtig stürmisch und neblig mit 20m Sichtweite, bevor es dann ab 1500 Höhenmeter langsam wieder aufklarte und wärmer wurde. In Arequipa (2500m) haben wir 2 Nächte verbracht und uns bei blauem Himmel die überraschend schöne Stadt angeguckt.

Unsere beiden Campingstühle, die wir seit Deutschland mit uns fahren und kaum gebraucht haben, haben wir dort gegen die 2 Übernachtungen eingetauscht. Jetzt haben wir weniger Gewicht und mehr Platz für Mitbringsel!

Von Arequipa aus ging es wieder über einen 4800m hohen, größtenteils asphaltierten(!!) Pass nach Chivay. Die Strecke führte durch eine recht öde, aber irgendwie faszinierende Landschaft, die hier Pampa genannt wird. Mitten in der Pampa waren große Herden von Lamas, Vicuñas und Alpacas (auch beides Lamaarten). Während die Vicuñas unter Artenschutz stehen, wird das Fell von Lamas und vor allem Alpacas für Kleidung und Teppiche verwendet. Lamas werden noch viel als Lasttiere genutzt, während Alpacafleisch häufig auf der Speisekarte steht. Das Fleisch der Alpacas ist sehr zart und gilt als sehr gesund, da es so gut wie cholesterinfrei ist. Chivay ist ein kleiner Ort auf 3650m und liegt am (bestritten) tiefsten Canyon der Welt, dem Colca Canyon. Nach einer recht kalten (-5°C) Nacht sind wir morgens um 5 Uhr aus dem Zelt gekrochen, um zu einem Aussichtspunkt zu fahren, von dem aus man Kondore über dem Canyon fliegen sehen kann. Hat sich auch gelohnt! Wir saßen etwa 2 Stunden mit vielen anderen Touristen da und waren fasziniert von den Tieren, die mit ihrer Flügelspannbreite von etwa 3m minutenlang die Thermik zum Segeln nutzen konnten, scheinbar ohne sich zu bewegen!

In der Sonne war es tagsüber richtig heiß (bis 45°C), sodass man es kaum aushalten konnte! Nachmittags haben wir mal „Urlaub“ gemacht und uns in den Thermalquellen vom frühen Aufstehen erholt. Nach einer zweiten kalten Nacht haben wir uns langsam auf den Weg Richtung Norden nach Cusco gemacht und um etwa 300km zu sparen, ging es wieder mal über eine teilweise sehr schlechte Schotterpiste. Die Strecke ging allerdings durch eine traumhaft schöne Landschaft über eine 4000-4500m hohe Hochebene mit blauen Lagunen, türkisblauen Bergflüssen und vorbei an vielen großen Alpaca- und Lamaherden. Vor allem die Babies sind so süß, dass man sie am liebsten als Kuscheltier einpacken wollte! Wenn sie nur nicht spucken würden…

Zwischendurch sind wir immer wieder an kleinen Dörfchen oder eher Häuseransammlungen vorbei gefahren, in denen Kühe mit der Hand gemolken werden, Esel und Lamas als Lasten- oder Transporttiere benutzt werden und der Acker von Kühen, die einen Pflug ziehen, bearbeitet wird. Die Menschen in diesen Örtchen tragen ihre bunten traditionellen Trachten, haben rote Wangen und durch Sonne, trockene Bergluft und Kälte eine fast ledrige Haut. Das alles wirkt auf seine Art und Weise sehr friedlich!

Auf dieser Strecke hatten wir allerdings auch unseren ersten kleinen Sturz. Ich wollte auf einer festen, aber staubigen Schotterstrecke mit zum etwa 60km/h einen dreckschleudernden LKW überholen. Durch Staub und schiefstehende Sonne habe ich aber nicht gesehen, dass ich in tieferen Schotter kam. Ich bin ziemlich ins Schlingern gekommen und links im Graben gelandet. Mir und dem Mopped ist nichts passiert, aber die Küche, also der rechte Alu-Koffer an der Suzuki, ist ziemlich verbogen und eine Halterung ist abgebrochen. Nach diesem langen Tag haben wir die Nacht in einen kleinen auf etwa 4500m hohen Ort verbracht, wo es abends ziemlich kalt wurde! Im Zimmer ist es bis auf 5°C abgekühlt und am nächsten Morgen hatten wir auch kein Wasser, da die Leitungen zugefroren waren, was aber normal dort ist…

Ihr merkt, ich könnte noch viele Geschichten und Einzelheiten erzählen… Aber dann haben wir ja nichts mehr zu erzählen, wenn wir wieder zu Hause sind! Wir sind echt begeistert von Peru und es ist definitiv eines der Highlights unserer bisherigen Reise! Für uns Motorradfahrer ist es wieder sehr praktisch, dass wir an den vielen Mautstationen rechts vorbeifahren dürfen ohne zahlen zu müssen. Dafür sind die Spritpreise nicht ohne: wir zahlen umgerechnet ca. 75-80 €-cent für 1 Liter (mit 84 Oktan der billigste Sprit). Zugegeben, gegen die Preise in Deutschland ist das gar nichts, aber für ein 3. Welt Land ist das viel!! Es ist auch immer sehr lustig, wenn die Leute an der Tankstelle sich auf Zehenspitzen stellen müssen, um zu gucken, ob der Tank schon voll ist! Unsere Moppeds sind einfach zu groß für die meist kleinen Latinos.

Mittlerweile sind wir in Cusco und der erste Weg ging zum Mechaniker. Dort wurde der Alu-Koffer wieder gerichtet, Henno hat eine gebrochene Speiche ersetzt und bei der Suzuki haben wir vorne und hinten die Bremsbeläge gewechselt. Die Vorderen hatten wir noch aus Deutschland mitgebracht, die Hinteren hat der Mechaniker erneuert, da es die hier nicht gibt. Dafür hat er die abgefahrenen Beläge entfernt, an deren Stelle einen neuen Belag aufgeklebt und anschließend zurechtgefeilt. So geht’s also auch… Das hintere Federbein von der BMW haben wir wieder für gesund erklärt, da es so gut wie kein Öl mehr schwitzt und die Reparatur aufgrund fehlender Ersatzteile etwas aufwendiger geworden wäre.

Cusco ist wieder eine schöne koloniale Stadt, von denen wir allerdings auch schon einige gesehen haben. Nervig sind wieder die Leute, die auf der Straße stehen und einen in Restaurants zerren wollen. Man kann nicht mal in Ruhe durch die Stadt schlendern. Wir ziehen eh lieber kleinere Läden vor, in denen man für 50€-cent ein einfache und leckeres 3-gängiges Menü bekommt! Machu Picchu, die großen Inka Ruinen, werden wir uns wohl nicht antun, da wir keine Lust haben, uns für mindestens 70 (bis 250!!) Dollar pro Person morgens um 6Uhr am Eingang der Ruinen in die riesige Menschenschlange zu stellen. Wir haben statt dessen kleinere Ruinen direkt in der Nähe von Cusco besucht, da wir uns ja schon etwas von den Inkas angucken wollten!

Unseren eigentlichen Plan, als nächstes in den Regenwald Brasiliens zu fahren, mussten wir leider aufgeben. Die Straße, die von Cusco zur brasilianischen Grenze führt ist wohl in ziemlich schlechtem Zustand, vor allem, da gerade die Regenzeit beginnt. Interessant ist, dass genau diese Straße, die „Interoceanica“, in nächster Zeit asphaltiert werden soll. Gestern wurde symbolisch der Grundstein gelegt. Nächstes mal also… Statt dessen werden wir jetzt erst mal Richtung Süden an den Titicacasee fahren, bevor es dann auch schon nach Bolivien geht!

So, ich denke, jetzt seit ihr wieder auf dem neuesten Stand der Dinge und habt wahrscheinlich eckige Augen vom langen Bericht. Werde versuchen, den nächsten wieder kürzer zu fassen… 😉 Muchos saludos aus Cusco!

Weiter gehts in Bolivien/Chile/Argentinien

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